
Das Austauschen unserer Getriebe war eine heikle Angelegenheit. Berti mußte den Ausbau von unten nach oben durchführen: auf dem Surfboard liegend, eingespreizt, um nicht wegzutreiben, vorsichtig, um nichts fallen zu lassen, angewiesen auf die Assistentin, die ihm das benötigte Werkzeug von oben durch den Maschinenkasten anreicht….
Einige Schrauben waren sehr korrodiert und konnten nur mit größter Anstrengung und Tricks und selbst angefertigtem Werkzeug entfernt werden. Die schweren Teile wurden dann, natürlich von oben gesichert, aufs Dinghi gelegt, und dann vorsichtig mit dem Großfall über die Winsch von hinten nach vorne transportiert.
 |
| Wackliger und feuchter Arbeitsplatz |

 |
| Hauptsache, nichts versenken! |



Einmal mehr zeigt sich, daß es sich lohnt, die Vorgehensweise vorher gut zu überlegen, alles nötige Werkzeug da zu haben und auch mal ungewöhnliche Maßnahmen zu ergreifen.
Es gibt hier zwar Hardware Stores auf der Hauptinsel, doch die haben selten genau das, was man braucht. Doch es ist wie immer gut, Freunde zu haben. Dave hat hier auf „unserer“ Mangroveninsel ein Haus und eine gut sortierte Werkstatt. Hier an unserem Steg liegen zwar nicht viele bemannte Schiffe, doch man hilft sich gegenseitig.
Parallel dazu läuft der „Kundendienst“ an unseren beiden SMART-Motoren. Hier knüpft sich eine Komplikation an die andere: der Impeller läßt sich nicht Abziehen, der Öldrucksensor ist undicht und läßt Öl herauslaufen, eine Lichtmaschine funktioniert mal wieder nicht und zu guter Letzt entdecken wir, daß der Kraftstoff-Drucksensor für den Common Rail nicht funktioniert.
Den Impeller bekommt Berti mit einem selbstgebauten Werkzeug herunter, den Öldruckschalter dichten wir mit Epoxi ab, die Lichtmaschine
wollen wir reparieren lassen…., doch einen neuen Sensor für den Common Rail können wir hier nicht bekommen.
Es gibt in Panama City zwar Mercedes Niederlassungen, doch hier gibt es keine SMARTs.
 |
| Wegen diesem Teil muß Oli 9000km fliegen! |
Daß dieses Teil jedoch auch in Audi und VW Motoren verbaut wird recherchiert uns dann Mechanikerfreund Volker in Deutschland. Doch es ist hier nicht einzeln zu bekommen, oder die Lieferzeit beträgt 6 bis 8 Wochen!
Warensendungen hierher nach Bocas del Toro dauern sehr lange, darüberhinaus waren den ganzen November über landesweit Proteste gegen die Regierung mit Straßenblockaden. Somit ging logistisch so gut wie gar nichts mehr. Benzin, Diesel und Gas wurden knapp und zu Schwarzmarktpreisen gehandelt. Es gab wochenlang keine Eier, dann kein Mehl, Obst und Gemüse waren nicht frisch….
Und unsere in China bestellten Batterien saßen in Panama City und konnten nicht weiter transportiert werden!
Doch ab Anfang Dezember wurde alles besser: Die Blockaden wurden aufgehoben (die Regierung mußte übrigens ihre umstrittenen Verträge mit einer kanadischen Kupfermine aufheben!)
Die Batterien kamen endlich an.
 |
| Abholung mit Dave’s Boot |
 |
| Wie Weihnachten! |
 |
| 14KWh mehr! |
Der gute Bruder Oli erklärte sich bereit, das Ersatzteil persönlich einzufliegen. Doch zuvor galt es wieder Hindernisse zu überwinden: Völlig überraschend fällt im Dezember Schnee in Bayern, und auch hier kommt es zu Logistikproblemen. Doch als das Ersatzteil dann nach fünf Tagen endlich ausgeliefert werden kann ist auch der Münchner Flughafen wieder in Betrieb und Oli’s Abreise steht nichts im Wege.
Die LH 518 von Frankfurt nach San Jose, Costa Rica steht ewig wegen Beladungsproblemen am Boden und kann erst mit über zwei Stunden Verspätung abheben. Oli kommt nach fast 12 Stunden angenehmen Fluges entspannt in San Jose an. –Doch sein Koffer steht noch in Frankfurt!!
Die nächste Lufthansa-Maschine wird erst zwei Tage später kommen, doch da soll er auf jeden Fall mitkommen. Den Ersatz-Sensor hat Oli im Handgepäck dabei, doch natürlich können wir den Koffer mit den anderen wichtigen Sachen nicht nach Bocas del Toro, Panama schicken lassen, denn das ist dann doch zu weit. So hat Oli zwei Tage „Layover“ in einem schönen Hotel in San Jose.
Dank „Vitamin B“ und den LH internen Telefonnummern der Station in SJO kann Oli erwirken, daß sein Koffer auch wirklich am gleichen Abend nach der Landung zu ihm ins Hotel gebracht wird, denn am nächsten Morgen um halb fünf startet schon sein Bus Richtung Panama.
Doch ab jetzt geht alles gut: Nach acht Stunden Busfahrt mit lustiger Begleitung und Mittagspause in einem schönen Strandrestaurant, zollfreier Grenzüberschreitung nach Panama, einer weiteren einstündigen Bus- und Bootsfahrt können wir Oli endlich in Empfang nehmen!
Im Koffer waren außer der neuen Lichtmaschine natürlich noch viele andere gute und dringend benötigte Sachen.
|

|
| Vom Boots-Anleger direkt zum Amerikanischen Sushi Sunday! |
 |
| Der wichtige Koffer |
 |
| Man with a mission…completed! |
 |
| Ritter Sport, Haribo, Braunhirse, Maggi… |
 |
| Spülbürsten, (große) Spülhandschuhe….
Gleich am folgenden Morgen wird der Kraftstoff-Sensor eingebaut, und endlich schnurrt auch der Steuerbord-Motor! |
Daß der AUSBAU der defekten Lichtmaschine zu einer zeit-, kraft- und nervenraubenden Angelegenheit wird hätten die beiden „Ingenieure“ nicht gedacht. Einen ganzen Nachmittag lang versuchen sie eine dicke Schraube zu lösen, die sich verkantet hat. Von oben und unten wird gezogen, gedrückt, geschraubt, geölt….. doch nichts hilft!
Am nächsten Morgen, gut ausgeruht und lang nachgedacht, bastelt Berti aus einer kaputten Schraubzwinge einen „Geißenfuß“, mit dessen Hilfe es dann endlich klappt.
Mit Geduld, Ideenreichtum, Hartnäckigkeit und Humor haben es die beiden geschafft: ein echtes Dream-Team!
https://youtu.be/frs1W6ORYZw?si=7EaDwwHyBoInh3p_
 |
| Von oben und von unten… |
 |
| Der hat’s dann gebracht! |

 |
| Oli mit der alten Schraube (ich bin NICHT im Bild)
|
 |
| Die Sieger |
 |
| Die hat’s hinter sich! |


Wieder mal eine neue Lichtmaschine…


 |
| Sogar das Sauerteigbrot gelingt heute |
 |
| Essen ist auch ok |
 |
| Endlich ist das Starlink da! |
Am Nachmittag werden unsere gebraucht gekauften Tauchflaschen geliefert, auf die wir auch schon seit Anfang November gewartet haben.
Gekrönt wird der Tag, als ENDLICH (nach sechs Wochen ) unser STARLINK angeliefert wird. Eine weitere Stunde später haben wir richtig gutes eigenes Internet!
Morgen steht eine Probefahrt auf dem Programm, dann werden die Segel angeschlagen, der Großeinkauf erledigt, und es kann am Samstag losgehen Richtung Colòn!
Kiki Soso LARGYALO!!
 |
| LargyAdvent |
