Largyalo in Guadeloupe

 

Wir haben noch zwei Kabinen frei
für sportliche, fröhliche Matrosen vom 19. März (Guadeloupe) bis 2. April (St.
Martin)!




 Les Saintes, Donnerstag, 24. Februar  

Largyalo hängt sicher an einer Mooring vor dem malerischen
Örtchen Bourg des Saintes.

Die „Inseln der Heiligen“, es sind mehrere kleine
bergig-grüne Inselchen, haben nur diesen Hauptort.

Hier konnten wir ganz einfach einklarieren, bzw. nach „Frankreich“
einreisen, uns richtig gut ausruhen, auf dem ungewohnt ruhigen Schiff,  alte Freunde aus Port Ginesta wiedertreffen, schöne Landspaziergänge unternehmen, die
Insel-Ökonomie durch ausgiebiges Nutzen des gastronomischen Angebots
unterstützen, unsere Berge von versalzener Wäsche waschen und ein paar
Reparaturen erledigen.

Hier ist die Welt noch in Ordnung..
Lemmy und Manschu mustern ab
P’tites Saintes
Wandern mit Seebeinen: anstrengend!
Im Garten bei Graziella und Louis

Unsere Atlantiküberquerung war alles andere als ein
Spaziergang. Statt sanfter Passatwinde und langer, ruhiger Wellen  hatten wir Starkwind und bis zu 5 Meter hohe
Wellen von der Seite.

Dann hatten wir auch noch Steuerungsprobleme, weil kurz
hinter den Kapverden eine unser Hydraulikleitungen undicht wurde. Doch mit
vereinten Kräften, Know- How und dank weiser Voraussicht (Ersatzteile) konnten
wir diese Hürde meistern.

Jetzt haben uns unsere „Jungs“ (Wolfgang, Lemmy und Manfred)
verlassen und wir sind noch zu dritt mit Hanneke. Doch es naht Verstärkung,
denn  Mama Linda und Wolfgang kommen  bald!

 

Hier Auszüge aus unseren Tagesberichten:

(English texts below)

 

Samstag, 29. Januar 21

-Petra-

500
Meilen, die Hälfte der Strecke bis zu den Kapverden, liegen seit heute nacht
hinter uns. Das Bergfest hätten wir gern mit Thunfischtartar auf Avocado
gefeiert, denn gerade zieht ein großer Schwarm an uns vorbei. Munter springen
sie aus dem Wasser, und wenn sie könnten, würden sie uns eine lange Nase
zeigen, denn die appetitlichen Plastik-Tintenfischköder an unseren Angelleinen
interessieren sie überhaupt nicht. Die Fischerei-Beauftragten Lemmy und Manfred
sind schon etwas frustriert…

Immerhin bietet Kühlschrank
und Obstkabine noch eine große Auswahl an Zutaten für die Leckerbissen, die
Wolfgang, Hanneke und ich abwechselnd zaubern.

Zum Frühstück gibt es das
bewährte Largyalo-Muesli und frisch gebackenes Brot. Meine Nachtwachen bestehen
aus gärendem Hefeteig und unbeschreiblichem Sternenhimmel. Seit gestern zeigt
das AIS keinerlei Schiffsverkehr mehr in unserer Nähe.

Während wir bis gestern noch
Tanker und Frachter zu beobachten hatten, damit wir ihnen nicht in die Quere
kommen, und sogar einmal Funkkontakt zu einer holländischen Segelyacht hatten,
sind wir nun offensichtlich abseits der Schifffahrtsroute.

Wir wurden lange Zeit von
einer riesigen Schule Delfine begleitet. Zunächst konnte man sie in großer
Entfernung springen sehen, dann kamen sie direkt auf uns zu gestürmt. Sie
drängten sich um unsere Büge, so daß ich bis zu fünf „Lagen“ Delfine
übereinander zu beiden Seiten des Buges sehen konnte. Es ist einfach wunderbar,
diese (aus der Nähe doch recht großen) wunderbaren Tiere ganz nah zu sehen,
manchmal nur Zentimeter von ihren Rückenflossen entfernt.

Mal dreht sich einer zur
Seite, um einen Blick nach oben zu riskieren, wer denn da so begeistert
herumkreischt, mal zeigt mir einer seinen weißen Bauch oder vollführt eine
ganze Drehung in voller Geschwindigkeit, mal bekomme ich einen Blas aus dem
Atemloch heraufgespritzt. Ich vergesse alles um mich herum (außer, mich gut
festzuhalten), werde zum quietschenden, albernen Kind vor lauter Glück!

Der Wind ist ganz schwach,
denn wir sind jetzt in den Kalmen, auch Roßbreiten genannt, weil die Seefahrer
der Vergangenheit ihre Rösser schlachten mußten, um die wochenlangen Flauten zu
überstehen. Wir hingegen haben unsere Motoren, die uns heute Nacht gemütlich
voranschoben.

Nach dem Frühstück ziehen
wir unseren Wingaker wieder hinauf und laufen mit vier Knoten, fast so schnell
wie vorher unter Motor.

Wieder sehen wir Delfine,
diesmal sind es große Tümmler, sie kommen aber nicht zu uns her.

Es wird immer wärmer und die
Wharram-Kleiderordnung wird weitgehend eingehalten.

 


 Es ist mittlerweile tropisch warm, und nur der Wind erfordert nachts etwas Textil.

Sonntag der 30.01.2022 an Bord der Largyalo

 

-Wolfgang-

Unsere Tage sind geprägt vom ständig wechselnden Rhythmus der Wachen und den
ausgiebigen Mahlzeiten. Wir befinden uns auf einer Gourmetreise. Ich verwalte
den Weinkeller mit lokalen Weinen aus Lanzarote, Rotweinen, die sich bereits
seit Sizilien hier an Bord befinden, weiteren spanischen Weinen und Cavas, die
ebenfalls in Lanzarote an Bord kamen und natürlich einigen badischen Weinen vom
Kaiserstuhl und aus dem Markgräflerland, die ich mitgebracht habe.

Vorläufig werden wir nicht verdursten, zumal der Konsum während des Segelns
stark eingeschränkt ist. Nur gestern und aufgrund des extrem ruhigen Wetters
haben wir uns einen Sundowner genehmigt, Cava mit Aperol Spritz und später
etwas Weißwein zum Abendessen.

Allerdings gab es am Tag zuvor beim Mittagessen mit restlichem Kartoffelsalat
und Weißwürsten auch das dazugehörige Weißbier für Berti und mich.

Gestern fiel auch das Abendessen recht einfach aus, blanchiertes Weißkraut in
Butter geschwenkt und dazu Süßkartoffeln. Allerdings geschmacklich sehr gut. Zu
Mittag gibt es oft Salat oder auch Tomaten mit Mozzarella und andere, leichte
Kreationen.

Wir haben seit Tagen ungewöhnlich schwachen Wind und kommen nur langsam voran.
Das hat aber auch Vorteile. Die Wachen, auch in der Nacht, sind sehr entspannt,
obwohl wir letzte Nacht den Spi stehen lassen konnten. Die Bewegungen des
Schiffes sind gemach und wir genießen einfach die Tage auf See, die unendlich
Weite, die meist strahlende Sonne und zunehmende Wärme. Wir lesen, schreiben
und erzählen Geschichten, nur ab und zu unterbrochen durch Begegnungen mit
anderen Schiffen, manchmal von Delfinen, über die Petra bereits geschrieben hat
und diese große Schule vorgestern war auch für mich die größte, die mir auf See
je begegnet ist. Gestern dagegen gab es nur einen Schwarm vermutlich
Thunfische, die die kleinen Fische dazu brachten, aus dem Wasser zu springen
und die See kochen ließen.

Nach einer ruhigen Nacht frischt der Wind nun langsam auf und seit ein paar
Stunden laufen wir ab und zu auch mehr als 7 Knoten.

Stück für Stück adaptieren wir den Rhythmus der Largyalo, der heranrollenden
Wellen und genießen auch den meist herrlichen Sternenhimmel in der Nacht, wenn
nur wenige Wolken und natürlich kein „Licht-Smog“ die Sicht beeinträchtigen.
Zeit die Kenntnisse aufzufrischen, die Sternenbilder wieder zu erkennen, wobei
Hanneke eine große Hilfe ist und viel über die polynesische Navigation erzählt.

Im Laufe des Tages soll der Wind zunehmen, wir hoffen auf bessere Fahrt, später
in der Nacht dann wohl mit unseren Passatsegeln am Bug als Schmetterling durch
Klüver und Fock. Und dann nähern wir uns endlich unserem ersten Etappenziel,
den Kapverden bis spätestens Mittwoch.

 31.1.22

-Petra, Hanneke-

Status Largyalo:

Corona-Inzidenz NULL

Fischfangrate: NULL

Suizide NULL ( auch bei den
Fischen, die Angler sind allerdings schon leicht gefährdet)

Schach-Erfolge: bei Hanneke
steigend

Lagerkoller-Index: solange
der Wein noch reicht, gegen NULL

Hygiene-Status: Ein Hauch
von Moschus, durch Meeresluft gut zu ertragen

Michelinsterne: 1-3

Durchschnittsgeschwindigkeit:
5Kn

Meerestiefe: 4000m

Wassertemperatur: 22°

Wasserfarbe: Dunkelgrau mit
weißen Schaumkrönchen

Himmelfarbe: Fifty Shades of
Grey

Lufttemperatur : 22°, in der
Küche vor dem Backofen, nach Herausnahme des Kuchens: 28°

 

2.2.22: Mindelo  

-Petra-

 

Ein schönes Schnapszahl-Datum,
mit dem wir uns unseren Ankunftstag auf den Kapverden gut merken werden!

Je näher wir der Insel Sao
Vicente kommen, desto stärker werden Wind und Wellen! Zum ersten Mal sehen wir
große fliegende Fische und Fregattvögel. Wir warten mit dem Bergen von Groß-
und Vorsegeln, bis wir etwas mehr in der Abdeckung sind und freuen uns einmal
mehr über unsere PS-Kraftprotze, die uns sicher in die Bucht von Mindelo
schieben. Was für ein Anblick!

Tanker, Fähren, Kabelleger
auf Reede, Segelyachten aller Couleur und Herren Länder vor Anker, einige
halbversunkene Schrott-Haufen, manche sogar bewohnt, ein Wald von Masten
innerhalb der Marina, bunte Fischerboote vor dem kleinen Strand.

Wir passieren ein großes
Stahl-Ungetüm mit dem Namen PETER FABER OPTICAL, von dem ein paar winzige
Figuren herunterwinken und fotografieren. Später (als wir endlich Internet
haben) finden wir auf der Wharram-Facebook-Seite ein schönes Bild von uns, mit
der Unterschrift: Welcome to Mindelo! Nice! Es stellt sich heraus, daß einer
der Ingenieure ein Wharram-Fan ist, dessen Vater vor vielen Jahren einmal eine
„Tehini“ restauriert hat. Noch später können wir ihm berichten, daß eben diese
Tehini gerade dort vor Anker liegt. Sie gehört jetzt Willi, der ein
Facebook-Freund von mir ist, und den ich nun endlich „live“ kennenlerne.

Wegen der starken Böen (bis
zu 45 Kn!) beschließen wir, nicht in der (außerdem teuren) Marina anzulegen,
sondern draußen zu ankern. Unser Spade hält bestens, wir feiern unsere Ankunft
mit edlem Sekt und machen erst einmal einen ausgiebigen Mittagsschlaf.

Während ich am Nachmittag
mit dem Dinghi an Land fahre, um uns einzuklarieren und –ganz wichtig- eine
Internet-Karte zu besorgen, entdeckt Hanneke sogleich zwei weitere Wharrams vor
Anker

Natürlich gibt es ein kleines
Wharram-Meeting. Hanneke und Berti besichtigen BOOBY BLOO (früher YINGYANG),
eine Tehini 51, deren Crew später die LARGYALO begutachtet.

Die Einreise-Formalitäten
erweisen sich als unkompliziert (sobald man die Hafenpolizei endlich gefunden
hat), kostenlos und völlig corona-frei: Es wird weder ein PCR-Test verlangt
(wie ich vorher im Internet recherchiert hatte), noch möchte irgend jemand
unsere Impfnachweise sehen. Da kann man nur staunen!

Das Floating Café neben der
Marina erweist sich als Dreh- und Angelpunkt für alles, was Atlantik-Überquerer
interessiert. Hier kann man das Dinghi sicher parken, alle treffen, die gerade
angekommen sind, schon lange hier sind, oder gar nicht mehr weg wollen.
Rasta-strähnige Alt-Hippies, junge Familien mit kleinen Kindern,
Abenteurer-Crews aller Couleurs, junge Tramper, die auf eine Mitfahrgelegenheit
nach Südamerika, in die Karibik oder nach Senegal hoffen. Sogar ein deutsches
Handwerker-Pärchen auf der Walz und in Tracht ist zu sehen!

Ich freue mich, meine
Freundin Cécile aus Port Napoléon-Tagen wieder zu treffen, die hier lebt.

Carine’s Restaurant in Sao Pedro

Den ersten Morgen nach dem
Einklarieren verbringe ich bis zum späten Nachmittag in diesem Café. Außer
Infos, Internet und gutem Essen gibt es hier permanent etwas zu sehen, jemanden
kennenzulernen oder wieder zu treffen.

In reduzierter Besetzung
geht die Besatzung abends Fisch essen, denn es ist anzuraten, das Schiff hier
nicht unbeaufsichtigt vor Anker zu lassen. Wolfgang und Lemmy sind bis auf die
Zähne bewaffnet mit Gaff (Fischerhaken), Pfefferspray, Schallkanone und
Akku-Flex. Unsere Largyalo wird ganz sicher nicht ausgeraubt!

                                          

Heute war Großeinkaufs-Tag.
Dank Cécile wird der Einkauf auf dem Gemüsemarkt ein echtes Event. Sie kennt
hier jeden, jeder kennt, mag (oder fürchtet) sie, denn sie ist eine mit alles
Wassern gewaschene Geschäftsfrau. Zwei Stauden Bananen und weitere 30 kg Obst
und Gemüse werden mit afrikanischen Methoden zum Hafen verfrachtet, ins Dinghi
geladen, und den weiten Weg zum Schiff hinaus transportiert. 20 kg Wäsche werden
zum Waschsalon geschleppt, dann sauber (und sogar trocken geblieben!) wieder
zurück gebracht. Dann „nur noch“ alles einräumen, und endlich gibt es zur
Belohnung einen erfrischenden Sprung ins Wasser.

Morgen werden wir ganz früh
an der Tankstelle anlegen, noch einmal Wasser bunkern und dann etwas weiter
südlich in einer schönen Bucht noch eine Ankernacht verbringen.

Zum Wochenende hin wird die
Windrichtung optimal sein für unseren Start über das große Wasser!

 

 8.2.22

-Petra-

Nachricht von LARGYALO

Heute melde ich mich einmal
selbst zu Wort:

Während meines zweimonatigen
Wellness-Urlaubs auf Lanzarote wurde ich von Grund auf gepflegt, gereinigt und
erhielt sogar ein paar neue Accessoires.

Endlich mal wieder frische
Klamotten (neues Tauwerk), ein Peeling für meine Holzoberflächen mit
anschließender Tiefenpflege mit Öl, meine Muskulatur wurde wieder gestärkt (die
Schnürverbindungen des Riggs neu gespannt). Die kleinen Wehwehchen, die das
Alter so mit sich bringt (bin ja mittlerweile mit meinen 16 Jahren auch nicht
mehr die Jüngste) konnten weitgehend geheilt werden (korrodierte Kabel- und
Schlauchverbindungen ersetzt), die Verdauung funktioniert dank neuer
Fäkalienpumpen und WCs wieder bestens! Auch meine „Sinne“ sind jetzt geschärft,
dank neu installiertem Windmesser, mein Tiefenmesser war auch krank, ist aber
von allein wieder gesund geworden. Obwohl ich ja ein Promi bin und lieber unerkannt
unterwegs, habe ich jetzt aus Sicherheitsgründen einen AIS Sender. Mit den
lästigen Stalkern muß ich jetzt eben leben. Meine Flügel, die Segel sind ja
voriges Jahr erneuert worden, und falls ich mal „zu Fuß“ gehen muß habe ich
meine beiden stämmigen Diesel“beine“, die auch frisch geschmiert und wieder
leichtgängig gemacht wurden.

Nun habe ich meine Leute
sehr angenehm und zügig bis auf die Kapverden gebracht, wo ich
dankenswerterweise nicht in das schmutzige Hafenwasser der Marina mußte (allzu
große Nähe zu anderen Schiffen ist mir zuwider: man wird nur angebumst und muß
dauernd Interviews geben). Ich durfte draußen vor Anker schwingen und wurde
niemals ganz alleine und unbeaufsichtigt gelassen. Richtig gut gefiel mir dann
der Ankerplatz vor dem kleinen Ort Sao Pedro. Obwohl sich, kurz nachdem ich
meinen Anker tief eingekrallt hatte, gleich wieder ein Stalker direkt vor meine
Bug-Nase hingelegt hatte, fand ich das klare Wasser hier äußerst angenehm. Wohl
auch weil ich gehört hatte, daß meine Bauchmassage erst in warmem und sauberem
Wasser eingeplant war. Zwei wohlige Stunden lang wurde ich am Bauch gekratzt
und geputzt, denn nach den langen Wintermonaten war eine „Enthaarung“ mal
wieder dringend nötig. Nach so vielen Streicheleinheiten werde ich jetzt mindestens
einen Knoten schneller laufen. Nebenbei bemerkt gefiel es mir auch gut, nicht
nur von großen Schildkröten und Delfinen, sondern auch noch von nackten
Menschen umschwommen zu werden.

Sao Pedro
Blick vom Mast

Mittlerweile sind wir nun
schon einen Tag und eine Nacht unterwegs. Allerdings gibt es sehr wenig Wind,
und heute nacht habe ich ganz schön herumgetrödelt. Aber das muß auch mal sein,
und ich fand es schön, mal in Ruhe die ganzen Meeresbewohner unter mir zu
beobachten. Heute morgen zeigten sie sich sogar meinen Leuten, die ganz
verzückt auf mir herumhüpften und „WAL, WAL!“ riefen. Wenig später das übliche
Theater mit den Delfinen….

Daß ich eine geheime
Absprache mit diesen Kumpels habe, wissen meine Menschen nicht: Solange die
Delfine uns regelmäßig besuchen sorge ich dafür, daß ihnen den Fisch nicht
weggefangen wird.

Aber diese Bärtigen sind
stur und versuchen es trotzdem hartnäckig weiter……

 

11.02.22

-Hanneke-

Wetterwechsel. Nachdem zwei
Tage lang der Himmel meist bewölkt war ist jetzt der angekündigte stärkere Wind
angekommen. Heute Nachmittag bläst es mit über 20 Knoten und wir segeln mit 7
Knoten Geschwindigkeit unter Vorsegel und zwei Reffs im vorderen Groß. Gerade
eben haben wir noch ein drittes eingebunden.

Diese letzten 48 Stunden
haben uns einige Aufregung und Arbeit beschert!

Gestern nachmittag ertönte der
Autopilot-Alarm, die hydraulische Steuerung funktionierte nicht mehr, und das
Schiff begann in den Wind zu drehen !!!

In Lanzarote hatte Berti
seine Crew zur Installation eines Notruders angewiesen. Sie hatten schon einmal
ein Leck in der Steuerhydraulik und einen darauffolgenden Verlust der
Ruderfähigkeit. Also schien es eine gute Idee zu sein, zwei durch Stahlseile
miteinander verbundenen Edelstahl-Rohre als Pinnen zu installieren, mit denen
man im Notfall auch von Hand steuern könnte. Die Rohre waren aber recht kurz,
und es mußte sich noch zeigen, wie gut wir damit steuern könnten.

Jetzt war der Moment
gekommen, es auszuprobieren.

Unter allen Segeln war der
Druck auf die Pinnen zu hoch, die dünne Verlängerung aus Holz brach sofort. Nachdem
die Segel reduziert waren wurden zwei dünnere Rohre eingeführt und dann auf ein
dickes, stabiles Stahlrohr gesteckt und mit Schellen gesichert, doch auch diese
Verbindung war schwach. Damit konnte ich aber einige Zeit steuern, bis Berti
Hydrauliköl aufgefüllt hatte und die normale Steuerung wieder funktionierte.
Doch wir verloren ständig Öl, also mußte irgendwo eine undichte Stelle im
Leitungssystem sein.

Eine Stunde später
verkündete Manfred, daß er das Leck gefunden hatte: Ganz in der Ecke unter dem
hinteren Walkway liegt der Hydraulikschlauch nahe bei einer Schelle, deren
Schraubenkopf ihn durchgescheuert hatte. Ein kleines Leck an einem schwer
zugänglichen Ort, wie sollte man das bloß reparieren? Ein Stück starken
Schlauchs größeren Durchmessers wurde der Länge nach aufgetrennt. Dann wurde es
um die undichte Stelle des Hydraulikschlauches herumgelegt und mit fünf
Klemm-Schellen verschlossen, um dem sehr starken Druck in der Leitung (70 bar)
zu widerstehen. Zunächst schien es, als ob das funktionieren würde. Doch die
ganze Nacht hindurch verloren wir weiterhin Öl und mußten immer wieder
nachfüllen. Eine bessere Lösung mußte am nächsten Morgen gefunden werden.

Ein Schlauchstück absägen und längs auftrennen
Alle im Einsatz
Fummelei an schwer zugänglicher Stelle

Glücklicherweise waren
Ersatzteile an Bord. Ausreichend Hydraulik-Schlauch (10 m) und genügend
Hydraulik-Öl. Alle Verbindungen des Hydraulik-Systems können gelöst und wieder
verwendet werden. Der neue Schlauch wurde parallel zum alten verlegt, was ein
neues Loch im Deckpod nötig machte. Alle Vorbereitungen zur Abstellung des
defekten Schlauchs und zum Entleeren des Öls wurden getroffen. Ich wurde zur
Steuerfrau erklärt, während der Auswechslungs- Operation . Die Pinne war schon
verstärkt worden und alles schien gut zu gehen. Eine Leinenverbindung zur
windzugewandten Klampe hielt die Pinne, so daß ich sie nicht mit Muskelkraft
halten mußte. Kleine Modifikationen ermöglichten es, das Boot auf Kurs zu
halten. Durch die Luvgierigkeit wurde der Druck aber so hoch, daß sich die
Pinne langsam wieder zu verbiegen begann.

Das Großsegel wurde
geborgen, um den Druck zu senken. Dann entfernte ich die Verlängerung und
installierte einen kleinen Flaschenzug vom Ende der kurzen Pinne über die
Klampe außen auf dem Beam bis zur Winsch der Badeleiter, die bequemerweise auf
dem hinteren Beam installiert ist. Das funktionierte sehr gut.

Doch bald hatte das
Hydraulik-Team seine Arbeit beendet und das System getestet. Alles funktioniert
bestens, es gibt keinen weiteren Ölverlust und wir können wieder auf Autopilot
schalten.

Gut, daß diese ganze Arbeit
gleich morgens gemacht wurde, als es nur recht schwachen Wind gab. Wie ich
schon zu Anfang schrieb, ist der angekündigte Starkwind jetzt eingetroffen und
wir stampfen dahin. Ich stemme gerade meine Füße unter den Tisch, während der
Laptop vor- und zurückrutscht. Wasser spritzt unter dem Mitteldeck hoch. Meine
Kabine im leeseitigen Rumpf kriegt die meisten Wellen ab. Man muß sehr
vorsichtig sein, die Luke im richtigen Moment zu öffnen und schnell rein oder
herausspringen.

Alle sind sehr froh und
dankbar, daß die Reparaturen erfolgreich erledigt sind.

Es liegen noch 1600 Meilen
vor uns.

Wir denken alle an James,
Ruth und Jutta’s erste Fahrt auf der kleinen Tangaroa. Das Wetter, das wir im
Moment haben, machte das Bordleben dort sicher sehr hart…. und sie hatten ja
fortlaufend Probleme mit dem Ruder.

 

-Petra (aus einem Brief nach Hause)-

Zu Beginn war es zwar
relativ ruhig, doch kühl, trüb und windarm. Der Wetterbericht drohte eine
Starkwindlage an, der wir eigentlich hinterher fahren wollten. Deshalb blieben
wir ein paar Tage länger auf den Kapverden. Doch diese Lage erwies sich als
stabil und länger andauernd. Die Wellen wurden immer höher, die
Schiffsbewegungen immer unangenehmer, die Geräusche immer lauter. Und
plötzlich: Kein Ruder mehr! Einer der (zahlreichen) GAUs, die wir immer
befürchten (neben Wasser-Einbruch, Motorpanne, Mast- und Schotbruch) war
eingetreten: Ein Leck irgendwo in einer der Hydraulikleitungen, und nichts geht
mehr. Bzw. es geht nur noch mechanisch, indem einer ganz hinten an der Pinne
mit der Hand die Notpinne, die auf das Ruder gesteckt ist bedient. 

Manuelle Steuerung…

Schnell
fanden wir heraus, wo das Leck war (natürlich an einer sehr schwer zugänglichen
Stelle) und daß es nur sehr klein war. So verbrachten wir eine Nacht damit,
alle Stunde ein Schnapsglas Hydrauliköl nachzufüllen, um die Funktion der
Steuerung und sogar des Autopilots aufrecht zu erhalten. Doch das konnte ja
nicht zwei Wochen lang so weitergehen, denn soviel Öl hätten wir gar nicht
dabei.

Am nächsten Morgen, bei erstem Tageslicht wurde die Aktion „Neuen Hydraulik-Schlauch-Verlegen“ in Angriff genommen. In weiser Voraussicht
hatten wir uns auf Mallorca zehn Meter Ersatzschlauch besorgt, was uns jetzt
gerettet hat. Trotz erschwerter Bedingungen schafften es die Helden, den Bypass
zu verlegen und auch das meiste Öl aus dem kaputten Schlauch abzusaugen: Wir
waren wieder dicht! 


Hydrauliköl: bähhh!

Gerade noch rechtzeitig, denn danach wurden die Wellen
wirklich kolossal, die da heranrollten. Ich hatte schon gar keine Lust mehr,
mich umzudrehen. Gemeinerweise kamen sie aber aus verschiedenen Richtungen und
torpedierten uns förmlich von der Seite. In die Backbord-Kabinen einzusteigen
wurde zum Roulette-Spiel, in ALLEN Kabinen kam Wasser durch die Lüfter, in der
Küche (auf meinem neu verlegten Korkboden) stand zentimeterhoch die Brühe.


 Ein besonders giftiger Brecher hob mal kurz das linke Mitteldeck an, das danach nicht mehr richtig auf den Trägern lag. Zwei große Plastikwannen mit Meerwasser gefüllt beschweren es jetzt und drücken es herunter. Wir torkeln über’s Deck, und so ziemlich jeder hat blaue Flecken und ist schon mindestens einmal in die Wasserwannen reingestiegen, die so praktisch vor dem Kücheneingang stehen, so daß auch mal ein fettiges Ofenblech drin eingeweicht wird…..

Wirklich seeKRANK ist
keiner, doch eigentlich jeder ist sehr ökonomisch in seinen Bewegungen, nicht
ganz so temperamentvoll wie sonst und es wird viel geruht. Vor allem der
Kapitän braucht immer lange Pausen nach anspruchsvollen Montagearbeiten am
schwankenden Schiff. Gestern funktionierte dann auf einmal die Kühlung nicht
mehr, was nicht zu den GAUs gehört, aber dennoch GGS (ganzganzsch…..) ist. Die Reparatur
(Pumpe hat sich durch Wellenschlag „verschluckt“) dauerte über eine Stunde,
erforderte Kopfüber-Arbeiten auf engstem Raum. Ergebnis: ein graugesichtiger
Kommandant, der dringend mehrere Stunden Horizontale braucht.

Wir donnern gerade mit
ordentlichem Speed durch die Wellen. Man gewöhnt sich tatsächlich an alles,
denkt nicht mehr bei jedem Knall, daß das Schiff auseinanderfällt und kann
sogar stundenweise einschlafen trotz des infernalischen Getöses.

12.2.22

-Petra-

Hallo, ich bin’s, der
ATLANTIK!!

Als dieses auffällige Schiff
mit den beiden Rümpfen, den roten Segeln und den bunten Wimpeln von den Kanaren
losgefahren ist, bekam es meine SchokoladenSeite zu sehen: Mit leichtem Wind
meist von hinten konnte es, gezogen von diesem gelbrotbauchigen Segel, auf ganz
angenehme Weise zu den Kapverden gelangen.

Jetzt sind sie auf meinem
breiten Rücken unterwegs in die Karibik. Anfangs ließ ich sie noch ganz ruhig
mit halbem Wind dahingleiten. Vorgestern ließen sie mich auf einmal ekliges
Hydrauliköl schlucken! Doch das war schnell vorbei, und jetzt fahren sie wieder geradeaus.

Offenbar gibt es ständig
gutes, vitaminreiches Essen, nach den Kompost-Ladungen zu urteilen, die man zu
mir herunterkippt. Außerdem huldigen sie mir auf merkwürdige Weise, indem sie
mit Haken bewehrte Plastikfische hinter sich herziehen. Weiß Poseidon, was sie
damit bezwecken.

Meine größeren Bewohner
schicke ich ab und zu vorbei, was offenbar große Freude bereitet.

Doch seit gestern ist Schluß
mit lustig: Ich hab mal wieder Bock drauf, richtig Welle zu machen. Damit die
auf dem Doppelschiff mal merken, daß sie hier weder auf dem Chiemsee, noch auf der
Leine, auf dem Douro oder in der Bucht von Falmouth unterwegs sind.

Meine schönsten
Dreimeter-Brecher lasse ich unter ihnen hindurchrauschen, was ein ganz schönes
Getöse unten in den Rümpfen verursacht. Ein paar der Seeleute verziehen sich
schon zum Schlafen hinauf in die oberen kleinen „Hütten“, wo es nicht so knallt
und knarzt.

Heute morgen hab ich ihnen
sogar einen schönen großen fliegenden Fisch aufs Deck geschleudert. Der wollte
sowieso nicht mehr leben und erhofft sich gutes Karma, wenn er sich opfert. Man
hat ihn sogar filletiert und zum Lunch gegessen!

                         

Jetzt am Nachmittag haben
sie sich endlich getraut, das zweite Vorsegel zu setzen. Jetzt zischt dieses
sympathische Gefährt wie ein rotgeflügelter Schmetterling Richtung Westen.

                                          

 

 

15.2.22

-Petra-

 

Zitate heute:

„So hab ich mir den Urlaub nicht vorgestellt“ (Manfred)

„Simmer
bald da??“ (Wolfgang)

„I feel
like inside a washing machine” (Hanneke)

“Weckts mi auf wenn wos is” (Berti)

„Altobelli, da rollt wieder eine ran!“ (Lemmy)

„Mist, jetzt hab ich mich gerade trocken angezogen!“ (Petra)

 

Windstärke 8, Wellen bis zu fünf Meter—Largyalo weiterhin
ziemlich unbeeindruckt

Natürlich knarzt, knallt und spritzt es in unregelmäßigen
Abständen.  Wer in seine Schlafkabine
möchte tut gut daran, die Wellen genau zu beobachten. Dann im richtigen Moment
ganz schnell aufmachen, reinschlüpfen und Deckel zumachen….Whaaaam, der nächste
Brecher haut auf’s Deck!

Da überlegt man sich genau, was man jetzt holen möchte, um
nur keine überflüssigen Wege zu machen. Hat man es dann geschafft, trocken
wieder herauf zu kommen ist es noch nicht garantiert, daß man dies auch bleibt,
denn immer wieder passiert es, daß  wir
gerade so von einer Welle unterrollt werden, daß sie genau unter dem Mitteldeck
bricht und meterhohe Fontänen heraufspritzen.

Da ist es einerseits von Vorteil,  gar nicht erst etwas anzuziehen. Andererseits
riskiert so mancher Nackedei einen Einlauf!

Seit vier Tagen geht das jetzt schon so, und mittlerweile
haben wir uns tatsächlich daran gewöhnt und genießen das Natur-Schauspiel.

Das Wetter ist schön, und es ist warm (solange man nicht
naßgespritzt wird und im Wind steht).

Fasziniert beobachten wir, wie die schaumgekrönten Wellen
von hinten heranrollen: Das Heck geht nach oben, der Horizont verschwindet.
Dann lohnt es sich, sich umzudrehen und nach vorne tief ins Wellental hinunter
zu blicken, während die Welle unter uns hindurchrauscht und wir hinterher!

Wolfgang surfte während seiner Nachtwache mit 14 Knoten!
Eigentlich ein Heidenspaß, besser als eine Tageskarte  im Europapark Rust—und viel billiger!

Den Wettbewerb um die beeindruckendsten blauen Flecken
gewinnen die Mädels, das Gemüse wird mittlerweile auf dem Küchenboden
geschnippelt. Selbst Lemmy, der als einziger besorgt war, seekrank zu werden,
hält sich tapfer und hat uns gestern fein bekocht.

Es zeigt sich einmal mehr, wie wertvoll ein offenes
„Küchenfenster“ ist, zu dem man immer mal wieder hinausschauen kann. Hanneke
versucht gerade von dort aus, das beeindruckende Wellen-Panorama mit der Kamera
festzuhalten, während Manfred die Herausforderungen der schwankenden
Erdanziehungskraft mit gymnastischen Übungen kombiniert. (Die ERDE liegt 4000
Meter unter uns..)

Berti verkündet , daß wir laut Wettervorhersage den Peak
jetzt erreicht haben und der Wind jetzt langsam nachlassen soll.

Bis Guadeloupe haben wir noch  1200 
Seemeilen vor uns, noch ungefähr 
8 Tage. Im  Moment halten wir noch
einen etwas südlicheren Kurs, damit wir die Wellen schön aufs Heck bekommen.

Unser Speiseplan richtet sich jetzt danach, was „weg muß“,
denn das kapverdische Obst und Gemüse ist nicht so haltbar wie das kanarische.
Die kanarischen Avocados hielten sich über zwei Wochen lang, und wir haben noch
einige Fleischtomaten von dort, die noch wunderschön aussehen (leider
allerdings nach nichts schmecken). Wir genießen täglich herrlich reife Mangos,
die vor mehr als drei Wochen auf den Kanaren geerntet wurden, während die
Papayas, die wir vor einer Woche auf dem Markt in Mindelo gekauft haben jetzt
dringend verzehrt werden sollten.

Rucola aus eigener Ernte

                               Für unser morgendliches Muesli  haben wir noch genügend Äpfel und eine ganze
Staude voller Bananen, die jetzt alle gleichzeitig reif werden. Doch
mittlerweile haben wir mehr Platz im Kühlschrank und können so den
Reifungsprozess verlangsamen.

Da die Eiweißzufuhr in Form von Frischfisch nicht
gewährleistet werden kann, wird auf Wolfgangs Vorrat an Schwarzwälder Schinken
und Dosenwurst zurückgegriffen. Flugfische sammeln wir jetzt jeden Morgen vom
Deck, doch lohnt ihr grätiger Geschmack den Aufwand des Putzens, Ausnehmens und
Bratens nicht.

Flying fish: soon to be fried

Alle zwei Tage backen wir frisches Brot, mit schwankendem
Erfolg: Wenn im Rezept steht, den Teig zwei Stunden IN RUHE gehen lassen, dann
hat das seinen Grund. Unser heutiger Hefe-Sauerteig  wurde jedoch 10  Minuten lang von Lemmy und dann weitere zwei
Stunden  vom Seegang geknetet, was er uns
GAR nicht gedankt hat.

Backmeister Lemmy

Das Onboard Entertainment besteht aus Lesen, Hörbuch-Hören,
Witze und Geschichten-Erzählen, Schach, Fäßchenspiel und Trivial Pursuit.
Dazwischen werden immer mal wieder die Segel getrimmt, oder – wie gerade eben-
geborgen. Der Kommandant möchte etwas langsamer Achterbahn fahren, deshalb
machen wir „nur noch“ 7 Knoten unter Fock, während wir die letzten 24 Stunden
mit Passat-Segel, also zwei Focks im Schmetterling gefahren sind. Den Rest der
Zeit wird geschlafen, geruht, gekocht und gegessen.

Filme-Scharade: Lemmy fliegt über das Kuckucksnest

Wir haben weiterhin kapverdische Zeit, jedoch dienen die
Uhren nur dazu, unsere Wacheinteilung zu bestimmen. Mittlerweile sind wir
soweit im Westen, daß es erst gegen 8 Uhr morgens dämmert.

 

 Mittwoch, 16. Februar 2022

-Wolfgang-

Gestern ließen Wind und Welle endlich nach und der Ritt der Largyalo war nicht
mehr ganz so stürmisch. Und wir hatten Sonne.

Zunächst liefen wir höher am Wind, aber immer noch raum. Dabei war die
Geschwindigkeit wieder besser. Das letzte Etmal mit etwas über 130 Seemeilen
dennoch eher enttäuschend, nach den Tagen davor mit 142, 152 und 163 Seemeilen.
Aber den hohen Wellen und damit dem Kurs geschuldet. In der Nacht segelten wir
vor dem Wind und damit oft eher langsam, um die Schläge der Wellen zu mindern
und dem Material und der Crew etwas Ruhe zu gönnen.

Am frühen Abend dann dennoch Licht am Horizont. Bergfest. Die Hälfte der
Strecke von den Kapverden bis Guadeloupe haben wir mit leichten Umwegen
erreicht. Nach dem üppigen Abendessen aus gewürfeltem Gemüse und Kartoffeln mit
den Mojo Soßen aus Lanzarote, das Petra im Ofen zubereitet hatte, gab es zur
Feier des Bergfests mit Cointreau flambierte Bananen. Da wir zum Aperitif
bereits Hannekes wunderbaren Rumpunsch genossen hatten, haben wir auf den
Bergfest Cava verzichtet und werden diesen erst heute zum Sundowner genießen.

Seit gestern sind auch die Schleppangeln wieder ausgebracht, die jedoch, wie
nun mittlerweile schon die Regel, leider nur diese Braunalgen einfangen, die
hier oft fast flächendeckend mit uns in die Karibik treiben. Sehr zum Kummer
der Frischfischabteilung. Wir haben aufgehört, sie zur Zielscheibe unserer
Witze zu machen und hoffen nun auf den lokalen Fischmarkt in Les Saintes…

Die Stimmung ist nach wie vor gut. Auch wenn sich das frische Gemüse nun bald
dem Ende zu neigt, werden wir weder verhungern noch an Skorbut sterben. Unser
Vorrat an alkoholfreien und –haltigen Getränken ist unerschöpflich. Allerdings
durch den Wermutstropfen  getrübt, dass
trotz intensiver Suche in den Katakomben des Weinkellers nur noch eine Flasche
Ihringer Grauburgunder aufzutreiben war. Die muss nun bis zur Ankunft warten.

Ach ja, es gibt einen neuen Largyalo Song. Zur Melodie von „My Bonnie is over the ocean“.

(Zur Erinnerung, Largyalo wird auf der 1. Silbe betont.)

Largyalo sails on the Ocean,

Largyalo sails on the Sea,

Largyalo sails on the Ocean,

Oh bring back the trade winds to me.

Bring back, bring back, oh bring back the trade winds to me, to me.

Bring back, bring back, oh bring back the trade winds to me, to me.

Largyalo loves sailing sunshine,

Largyalo loves sailing smooth,

Largyalo loves sailing sunshine,

so bring back the trade winds to me.

Bring back, bring back…. Refrain

Largyalo is a gourmet ship,

Largyalo has lovely wines,

Largyalo is a gourmet ship,

thanks Petra, her soul and her vibes.

Bring back, bring back….

More to come…

Autor und „Poet“ ;-)) heute Wolfgang


18.2.22

-Petra-

                 

 

Nachtrag zur
Halbstrecken-Feier: Das Bergfest wurde mit bayrischen Weißwürsten und echtem
Weißbier gefeiert! Am Folgeabend gab es den eingeplanten „semi“guten Sekt mit
musikalischer Untermalung von DJ Manschu. Für die geplante, geschätzte,
herbeigesehnte? Ankunft am nächsten Mittwoch ist sogar Champagner vorgesehen!
Gut, daß Berti gestern den schwächelnden Kühlschrank reparieren konnte (das war
auch kein Spaziergang bei diesem Seegang…), denn lauwarmer Sekt wäre dem
Ereignis nicht angemessen.

Ansonsten schaukelt,
spritzt, knarrt und kracht es wie schon die ganze Zeit. Nur haben wir uns
langsam daran gewöhnt!

 20.2.22

Hanneke’s Betrachtungen über
LARGYALO

Ich bin nun seit fast vier
Wochen auf der Largyalo. Es war eine wunderbar heilsame Zeit für mich.

Zwei Monate sind vergangen
seit James’s Tod. Die ersten Wochen des Schocks waren voller Hektik, gefolgt
von viel Organisation und Kommunikation, und dann wurde mir diese wundervolle
Gelegenheit angeboten, über den Atlantik zu segeln.

Wir nähern uns nun
Guadeloupe und sollten dort in drei bis vier Tagen ankommen, so lange der Wind
nicht zu schwach wird. Wir haben immer noch ungefähr 430 Seemeilen vor uns. Die
Reise war bisher nicht gerade schnell. Wir hatten zu Beginn nur leichte Winde
und dann fast eine Woche Starkwind (6 bis 7 Bft) und sehr rauhe See, in der wir
nicht zu schnell segeln wollten wegen der wilden Schiffsbewegungen und der
Wellen, die auf die Rümpfe donnerten. Heute ist der Wind wieder schwach und die
See hat sich geglättet.

Auf jemand anderes starkem
und gut vorbereiteten Boot zu segeln kann sehr entspannend sein. Ich habe weder
die Verantwortung des Kapitäns, noch des Stellvertreters  (Berti und Petra übernehmen das), und ohne
Verbindung zur Außenwelt habe ich stundenlang Zeit einfach nur dazusitzen und
nachzudenken, zu lesen, in meiner Kabine zu liegen, zu träumen und Erinnerungen
nachzuhängen. An Deck zu sitzen und die riesigen Wellen zu betrachten die sich
über dem Heck aufbauen, dann brechen und unter den Rümpfen hindurchrollen ist
hypnotisierend und energetisierend. Manchmal spielen wir Trivial Pursuit (auf
Deutsch!) , bei dem der Allgemeinwissensstand herausgefordert wird ( Ich bin
nur gut bei den Fragen in Wissenschaft und Technik, Geographie und Geschichte).

Dabei lerne ich immer besser
Deutsch, auch wenn ich versuche Manfred’s Witze und lustige Geschichten zu
verstehen, mich dann aber leichter tue, wenn ich mit Wolfgang und Petra auf
Englisch spreche.

Manfred: Good company!

                                    Während der Nachtwachen
unter klarem Himmel mache ich mich wieder mit den Navigations -Sternen
vertraut, die ich auf früheren Seereisen studiert hatte. Ich hatte nicht daran
gedacht, Harold Gatty’s wunderbare Sternenkarten einzupacken (aus seinem „Raft
Book“ , siehe „People of the Sea“).

So muß ich nun in meinen
Erinnerungen graben und sie dann später auf Manfred’s Sternen-App auf dem Handy
überprüfen. Aber ich bevorzuge immer noch diese großartige Sternenkarte.

Wir planen den Landfall in
Les Saintes, Guadeloupe, und wir freuen uns auf das klare tropische Wasser der
Karibik und auf das Schnorcheln über Korallenriffen. Ich freue mich auch
darauf, andere Wharram Katamarane und Freunde zu treffen. Matt und Suzanne’s
Pahi 42 HECATE ist in der Gegend, und wir wollen uns treffen. Hans Klaar auf
seinem 7o Fuß ethnischen Kanu hat auch Guadeloupe als Ziel. Aber auch andere
müssten dort sein, daher: Wenn Ihr dort drüben segelt und das hier lest, dann
versucht LARGYALO und ihre Crew zu treffen.

Ich werde über einen Monat
Zeit haben, die Karibik zu genießen. Dann plane ich am 1. und 2. März in
Annapolis zu sein, um beim AGM (Meeting) und der Preisverleihung des Ocean
Cruising Clubs anwesend zu sein. Kurz vor unserer Abfahrt von Lanzarote hatte
ich eine Nachricht des OCC erhalten, daß sie James posthum einen Preis für sein
Lebenswerk erteilt haben. Diesen Preis möchte ich als gemeinsame Anerkennung an
James, Ruth und mich selbst betrachten, da James’ Lebenswerk nicht das gleiche
gewesen wäre, ohne daß wir drei als Team gearbeitet hätten. Vielleicht werde
ich einige von Euch dort treffen.

 

Hanneke

 

 

 English translations (not complete…)

 

 

29/1/22

-Hanneke-

500 NM lie behind us, more than halfway to the
Cape Verdes. We would have liked to celebrate this event with tuna tartar on
avocado, since there was a huge swarm of tuna that just passed us. Happily
jumping out of the water, they might have shown us the finger if they could,
but not the slightest interest in the appetizing lures on our fishing lines. Our
fishermen Lemmy and Manfred show signs of frustration….

Well, our fridge and the greengrocery in the
front cabin are still well stocked, and delicious meals are ensured by
Wolfgang, Hanneke and me.

For breakfast, we have the usual
Largyalo-Muesli and fresh bread. I spend my nightwatches between dough and
stars. The sky is incredible and the AIS absolutely quiet. No more tankers or
cargo ships since yesterday, when we still had to observe them carefully, to
prevent getting into their way. We even had radio contact with a dutch sailing
yacht who was happy to chat a bit with Hanneke in their own language.

The large school of dolphins was impressive. At
first , we could see them jumping at a great distance, there seemed to be hundreds
of them. Then, they virtually stormed towards us. Up to five “layers” of
dolphins gathered around both sides of our bows, some were mere centimeters
away from my hands. Every once in a while one would turn on his side to watch
the shrieking human above him, another would turn on his back, showing his
white belly or even do a full horizontal pirouette, or even splash me breathing
out of his “blowhole”. In these moments of bliss, I forget everything around me
(except holding tight to the hull) and become a silly, enthusiastic child
again.

We are in the Calms now, the so-called Horse
Latitudes, because the ancient seafarers had to eat their horses to survive
during weeks of calms. We are lucky to have our motors that push us through the
night at a comfortable speed.

After breakfast this morning, we hoist the
“Wingaker” again and are sailing at 4 knots, almost as fast as under motor.

Again, we see a large pod of dolphins, but
those are bigger bottlenose dolphins who are not interested in us.

It’s getting warmer and the Wharram Dress Code
is more or less adopted.

 

 

Sunday,
31st of January 2022

-Wolfgang-

Days are passing by with the steady rhythm of watches and our fine meals. We
are on a Gourmet trip. I am in charge of the winecellar with local wines from
Lanzarote, red wines, that already made the trip from Sicily to here on the
boat, further spanish wines and Cavas that also came aboard in Lanzarote, and
of course a selection of wines from my home Baden and there from the region of
Kaiserstuhl und Markgräflerland, that I brought with me.

For now we will not dehydrate, especially since the consume of wine is quite
limited now while sailing. Only yesterday and because oft he smooth weather and
sea, we served a sundowner, having Cava with Aperol and later with dinner some
white wine. Well, the day before, when having lunch with Potatoe Salad and some
Weißwürste from Bavaria, Berti and me had the obligatory Weissbier that hast to
go with them.

Yesterday dinner was quite simple with white cabbage, steamed and mixed with
butter, aside with sweet potatoes. Quite delicious though. For lunch we often
serve a salad or Mozarella and tomatoes or another more lighter dish.



For days now we are having very light winds and
we are proceeding quite slowly. But this also has advantages. Watches are easy,
also at night, even though we could leave the Spinaker up last night. The
motions of the ship are smooth and we enjoy the days at sea, the far sight on
the ocean, the bright sunshine and the slowly increasing warmer temperatures.
We are reading, writing and telling stories, only interrupted by one or the
other ship passing by and sometimes by dolphines, as Petra already reported
about. But yesterday we only saw a mass of perhaps thuna fishes that chased
smaller fishes to jump out oft he water and let the sea boiling.

After a quiet night, wind is freshing up slowly now and we already sometimes
reach 7 knots of speed.

Step by step we are getting used to the rhytm of the boat, the rolling waves
and we enjoy the fantastic sky at night with bright stars, as long as they are
not covered by clouds, and the view without „light-smog“ ashore. Time to recall
the knowledge about the stars and their pictures and signs, where Hanneke is a
big help and telling wonderful stories about the Polynesian navigation skills.

Throughout the day wind shall increase, we hope for more speed, later at night
changing from spinaker to the „Trade Wind sails“ with our 2 foresails. And
finally we will reach our first goal on this trip, the islands of Cabo Verde. Hopefully
latest on Wednesday.



31/01/22

-Petra, Hanneke-

Status Largyalo:

Corona Cases: None

Sucicide Rate : Zero ( also for the fish,
though the fishermen are slightly at risk)

Chess Proficiency Levels: rising (especially
Hanneke’s)

Cabin Fever Index: as long as the wine lasts,
ZERO

Hygiene Status: A whiff of musk, bearable in
the sea air

Michelin Stars: 1-3

Average speed: 5 kn

Ocean depth: 4000m

Water temperature 22°

Water colour: dark grey with some white caps

Colour of the sky: Fifty Shades of Grey

Air temperature. 22°. In the galley after
taking the cake out of the oven: 28°

 

2.2.22: Mindelo

-Petra-

A funny number for a date, which we will mark
our arrival day in Cape Verde!

The closer we get to the island of Sao Vicente,
the stronger the wind and waves become! For the first time we see large flying
fish and frigate birds.

We wait for taking down the mainsails and
foresails until we are in calmer seas in the lee side.Once again, we are glad
about our powerful “smart horses”, that push us safely into the bay of Mindelo.
What a sight!

Tankers, ferries, cable ships , sailing yachts
of all kinds and different countries at anchor, some semi-sunken scrap heaps,
some even inhabited, a forest of masts within the marina, colorful fishing
boats in front of the small beach.

We pass a large steel monster called PETER
FABER OPTICAL, from which a few tiny figures wave down and take pictures. Later
(when we finally have internet) we find a nice picture of us on the Wharram
Facebook page, with the caption: Welcome to Mindelo! Nice! It turns out that
one of the engineers is a Wharram fan, whose father once restored a
„Tehini“ many years ago.

Even later we can tell him that this very
Tehini is anchored there. It now belongs to Willi Schweizer, a Facebook Wharram
friend, whom I finally get to know in person.

Because of the strong gusts (up to 45 Kn!) we
decide not to enter the (expensive) marina, but to anchor outside. Our spade
anchor holds up well, we celebrate our arrival with fine sparkling wine
followed by an an extensive nap.

While I drive ashore with the dinghy in the
afternoon to declare our entry and – very importantly – to get an Internet card,
Hanneke soon spottes two more Wharrams at anchor.

Of course, there is a small Wharram meeting.
Hanneke and Berti visit BOOBY BLOO (formerly YINGYANG), a Tehini 51, whose crew
later inspects the LARGYALO.

The entry formalities prove to be uncomplicated
(as soon as the port police is finally found), cost-free and completely
corona-free: Neither a PCR test is required (as I had previously researched on
the Internet), nor does anyone want to see our vaccination certificates.
Amazing!

The Floating Café next to the marina proves to
be a hub for everything that interests Atlantic Sailors. It’s a place where you
can safely park the dinghy, meet everyone who has just arrived, has been here
for a long time, or does not want to leave at all. Rasta-headed senior hippies,
young families with small children, adventure crews in all shades, hitchhikers
hoping for a ride to South America, the Caribbean or Senegal. Even a German
craftsman couple on the “Walz” and in traditional costume can be seen!

I am happy to meet again my friend Cécile from
Port Napoléon days. She is French-Senegalese-Capverdian and lives in Mindelo.

Having legally entered ship and crew into the
country, I spend the morning until late afternoon in this café. In addition to
information, internet and good food, there is always something to see, to get
to know someone or to meet again.

Only a part of the crew enjoys a restaurant
dinner, since it is advisable not to leave the ship at anchor unattended.
Wolfgang and Lemmy are armed to the teeth with gaff (fisherman’s hook), pepper
spray, sonic cannon and electric chainsaw. Our Largyalo will certainly not be
plundered!

Today’s program was grocery shopping. Thanks to
Cécile, shopping at the vegetable market becomes a real event. She knows
everyone here, everyone knows, likes (or fears) her, because she is a cunning
negotiator. Two bananas tree branches and another 30 kg of fruit and vegetables
are transported to the port using African methods, loaded into the dinghy, and
transported the long way out to the ship . 20 kg of laundry is dragged to the
laundromat, then brought back clean (and even stayed dry!). After having stowed
everything away, the reward is a refreshing jump into the water .

Tomorrow we will dock very early at the gas
station, bunker water again and then spend an anchor night a little further
south in a beautiful bay.

 

 

08/02/22

-Petra-

News from LARGYALO

 

Today, Largyalo herself speaks to you:

During my two-month wellness holiday in
Lanzarote I got a thorough make-over, a deep-cleaning and even some new
accessories.

It was about time for some new clothes (new
sheets and halyards), a scrub of my wooden surfaces, followed by a deep
penetrating oil treatment. My muscles have been strengthened by tightening the
stays and rigging. The small aches and pains caused by my age ( I’m pushing
friggin’ 20 and am not a youngster anymore) were taken care of (corroded cables
and tube connections replaced), my digestion works perfectly now, with a new
toilet and black water pumps. Even my “senses” have improved since the
installation of a new anemometer. The echosounder was ailing too, but that
healed itself. Being quite a celebrity, I prefer to travel around unrecognized,
but for safety reasons I am now even sending an AIS signal. Will have to deal
with those nasty stalkers now…

My “wings”, were replaced last year, and, in
case I have to move without wind, I have my two sturdy diesel “legs” that have
been freshly lubricated and now swing smoothly up and down.

So I have brought my people to the Cap Verdes,
nice and easy. Thankfully, I didn’t have to enter the dirty waters of Mindelo
Marina (I dislike too close proximity to other boats, they tend to bump into me
or their people ask for interviews).

I was allowed to swing freely on my own anchor
in the harbour bay, and was never left alone and unattended.

I really liked my next anchorage near the
little town of Sao Pedro. However, soon after I had ploughed my anchor deep
into the sand, there was another one of those stalkers who felt it necessary to
be close to me and anchored right in front of my nose.

Even so, I found the water here mostly
enjoyable, since I had heard that my belly massage was on schedule once I was
in warm and clean water. There followed two utterly pleasant hours of having a
full belly and body scrub. After the neglect during the winter months, a
thorough depilation was in dire need.

After so many caresses, I will thankfully run
at least one knot faster. But don’t forget, I really enjoyed not only being
surrounded by big turtles and dolphins, but also by naked humans.

Today we are finally under way to the
Caribbean, one day and one night already. There has been very little wind
though, and last night I was really slacking. But there are times I should be
allowed a bit of peaceful loitering, so that I can leisurely observe all the
ocean creatures below me.

This morning they even showed themselves to my
people, who bounced on my deck like crazy, shouting “WHALE,WHALE!!”. Not long
after I enjoyed the usual frolicking with some dolphins….

My humans ignore the fact that I have a secret
pact with these guys: As long as the dolphins make regular visits to my bows, I
will take care that their fish will not be caught by my crew.

But those bearded guys stubbornly keep trying….

 

 

Friday 11th February

-Hanneke-

A change in the weather. After two days of
mainly clouded skies the expected stronger wind has arrived. This afternoon it
is blowing about 21 knots and we are sailing at around 7 knots under Staysail
and 2 reefs in the mainsail, with another one taken just now.

These last 48 hours have given us some
excitement and work.

Yesterday afternoon the autopilot alarm
sounded, the hydrolic steering had stopped working, the boat started to turn
into the wind!!!

In Lanzarote Berti had got the crew to install
emergency tillers. A couple of years before they had a leak in the steering
hydrolics and steering failure, so some real tillers above decks with which we
could hand steer would be a good idea. The installed tillers, connected to each
other with two wires, were of stainless steel tube, but were not very long, so
we did have some concerns how well we would be able to steer with them. Now was
the time to test them out.

 

With full sail the force on the tillers was
hard, the thin wooden extension immediately broke, a large clamp with sturdy
steel bar was inserted into the other tiller and with some difficulty we were
able to steer with this. Sail was reduced and another tiller extension made out
of more tube, but the joint to the actual tiller was weak. I steered with this
for some time until Berti topped up the hydrolic system and steering was
re-established. But we were losing oil all the time. There was a leak somewhere!

An hour later Manfred announced he had found
the leak. In the corner under the aft walkway the hydrolic tube lay close to
another fitting and a screw head had chafed into the tube. A small leak, in an
awkward place, how to effect repairs? A piece of larger diameter hydrolic tube
was cut and split lengthwise, it was then wrapped round the leak and clamped
tight with a row of jubilee clips to withstand the very high pressure. It
seemed to have worked. But through the night we were still losing oil, so a better
solution had to be found the next morning.

Hanneke, keeping an eye on the compass

Fortunately spares were on board, sufficient
hydrolic tube to replace the leaking section and sufficient oil. All the joints
were of such design they could be undone and reused. A new route was found for
the tube and all preparations made before disabling and draining the system. I
was appointed steers person during the operation. We had already made
reinforcements to the extended tiller and all seemed to be going well. I could
sit by the aft hatch with the handbearing compass in front of me on the deck. A
rope to the windward gunnel secured the tiller so I did not need to hold it
with my own muscles, small adjustments kept the boat on course, but there was
quite a strong weatherhelm and slowly the tiller joint started to bend.

The mainsail was taken down to ease the forces.
I then got rid of the bent extension and set up a rope pulley to the end of the
short tiller with the rope going to the winch of the swimming ramp, which was
conveniently located on the aft beam. This worked very well.

But soon the hydrolics team finished their work
and the system tested. All worked well, no more oil lost, we could go back on
autopilot.

It was good that all the work was done in the
morning with still a fairly light wind. As I wrote at the beginning, the
stronger wind has arrived and we are stomping along, I have my feet braced
under the table while the laptop rocks back and forth. Water splats up under
the platform, my cabin on the leeward hull forward gets the most waves, so one
must be careful opening the hatch and making a quick sprint inside. Everyone is
still happy and thankful repairs were made. Still 1600 Nm to go.

We all remembered James, Ruth and Jutta’s first
voyage on little Tangaroa, weather like now would have been very hard aboard,…
and they had continuous rudder troubles.

Hanneke

 

Wednesday, 16th of
February 2022

-Wolfgang-

Yesterday wind and waves slowly calmed and the ride of Largyalo was not as
rodeo like as before. And we had sun.

For some time we headed more north, more to windward, but still with wind from
the stern. Speed was a bit faster, sailing the last 24 hours around 130 NM, but
was somewhat disappointing (we had made 142, 152 and 163Nm during the previous
three strong wind days). But this was due to the high turbulent waves and the
resulting course. At night we were sailing down wind quite slowly, to give the
boat and crew a break.

Early evening we finally had what Germans called Bergfest, half of the distance
from Cabo Verde to Guadeloupe was done including a little detour with our more
southerly course. After a rich meal of chopped up vegetables and potatoes, done
in the oven by Petra, we celebrated with Bananas flambeé in Cointreau. Since we
already had Hanneke‘s wonderful rum punch as aperitif, we skipped Cava for
Bergfest and postponed it for sundowner today.

                                                       

Since yesterday our fishing gear was set again, but sadly the only results are
the brown seaweed, that we see a lot in the ocean here and is drifting west
together with us. Our fishing department is quite sad about that. But we
stopped pulling their legs and look forward to the fresh fish market in Les
Saintes…

Everybody still is in a good mood. Fresh vegetables are slowly running out, but
there is no danger that we will die on hunger or scurfy. Our storage on non-
and alcoholic drinks is endless. Though quite sadly, even after climbing into
the wine cellar I could not find more than 1 bottle of Ihringer Grauburgunder.
This bottle now has to wait for our final arrival.

Flying fish: soon to be fried

By the way, there is a new song for Largyalo. The melody is „My Bonnie is over
the ocean“.

(don´t forget, to stress Largyalo on the first syllable.)

Largyalo sails on the Ocean,

Largyalo sails on the Sea,

Largyalo sails on the Ocean,

Oh bring back the trade winds to me.

Bring back, bring back, oh bring back the trade winds to me, to me.

Bring back, bring back, oh bring back the trade winds to me, to me.

Largyalo loves sailing sunshine,

Largyalo loves sailing smooth,

Largyalo loves sailing sunshine,

so bring back the trade winds to me.

Bring back, bring back…. Refrain

Largyalo is a gourmet ship,

Largyalo has lovely wines,

Largyalo is a gourmet ship,

thanks Petra, her soul and her vibes.

Bring back, bring back….

More to come…

Autor und „Poet“ ;-)) today: Wolfgang

 

Friday, Feb 18th

-Petra-

                                           

We celebrated the “half mileage” with the
dedicated Bavarian “Weißwurst” , Sausages with sweet mustard and real Weißbier.
The next evening, we had the “semi-special” champagne for that occasion,
accompanied by the top charts of DJ Manfred. Our expected, estimated, desired
arrival on next Wednesday will be celebrated with Champagne. Lucky us that
Berti could repair the seasick refridgerator (which wasn’t a pieco of cake with
these boat movements…), because lukewarm champagne would not be acceptable for
that kind of event.

Besides, all is well: we have become accustomed
to the constant spraying, bouncing, gnarling and banging!

 

20.2.22

Hanneke’s contemplations aboard LARGYALO

 

I’ve been aboard Largyalo now for just over 4
weeks. It has been a wonderful healing time for me.

It is two months since James died, the first
weeks a hectic time of shock, followed by busy organization and communication,
at the end of which I was offered this wonderful opportunity to sail across the
Atlantic. We are now approaching Guadeloupe, should arrive there in three to
four days, so long as the wind does not get too light. We still have around 430
NM to go, the voyage so far has not been the fastest, with light winds to start
and then nearly a week of strong (6 to 7) winds and very rough seas, in which
we did not want to sail too fast due to the wild motion and waves slamming into
the hulls. Today the wind is light again and the seas have smoothed out.

Sailing on someone else’s strong and well
prepared boat can be very relaxing. I don’t have the responsibility of the
captain, or the first mate (Berti and Petra take all this on their shoulders)
and without communications from the outer world I have hours to just “sit and
think”, read, lie in my bunk, dream and go over past memories. Sitting on deck
watching the huge waves rising astern then breaking and rolling under the hulls
is mesmerising and energizing. At other times playing a game of Trivial Pursuit
(in German!), challenging one’s knowledge (I’m only any good at the science, geography
and history questions).

All the time learning more German, trying to
understand Manfred’s rude jokes and stories, talking in more depth in English
to Petra and Wolfgang, eating lovely meals.

During the night watches with a clear sky I
reacquainted myself with the navigation stars I had studied on previous ocean
voyages. I had not thought to bring Harold Gatty’s wonderful star chart (from
his Raft Book, see “People of the Sea”), so had to go from memory and later
checking this on Manfred’s handy phone app. Though I still prefer that great
chart.

We plan to make landfall in Les Saintes,
Guadeloupe, we are looking forward to the clear tropical waters of the
Caribbean and snorkelling over the coral reefs. I’m also looking forward to
meeting up with other Wharram catamarans and friends. Matt and Suzanne’s Pahi
42 HECATE is sailing in the area and we should meet. Hans Klaar on his 70ft
ethnic canoe is also bound for Guadeloupe. But there must be others, so if you
are sailing out there and read this, do try to come and meet LARGYALO and her
crew.

I will have over a month to enjoy the
Caribbean, then plan to be in Annapolis for the Ocean Cruising Club AGM and
awards ceremony on 1/ 2 April. Just before leaving Lanzarote I received a
message from the OCC that they had awarded James a posthumous Lifetime
Achievement Award, which they want to present to me on his behalf. I would like
to consider it a joint award to James, Ruth and myself as James’s life
achievements would not have been the same without us three working as a team.
Maybe I will be seeing some of you there.

Hanneke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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