Farewell for James

 Farewell für James 

Ein spannendes Wochenende in Cornwall:

Begeisterung (darüber, alte Freunde wieder zu sehen), 

Freude (virtuelle Wharram-Freunde endlich real kennenzulernen), 

Spaß (die Grillparty im Garten),

Dankbarkeit (daß wir NICHT im Zelt schlafen mussten),

Staunen (über das englische Wetter und soviel Ebbe und Flut),

Bewunderung (Hanneke’s Organisation),

Melancholie (James war überall wahrnehmbar)

Mike Lynn hat es besser (und ausführlicher) ausgedrückt:

James Wharrams letzte Fahrt

Am 23. Juli versammelte sich eine bunte Flotte von durchwegs selbstgebauten Katamaranen vor Cornwall, um James und Ruth Wharram das letzte Geleit zu geben. Es wurde ein würdiger Abschied von einer Legende.

Im Spätsommer 1955 bestaunten Spaziergänger an der Zollpier von Falmouth ein etwas exzentrisch aussehendes, sieben Meter kurzes Wasserfahrzeug, das von drei jungen Leuten mit Proviant für eine lange Fahrt beladen wurde: „A £200 Boat Prepares to Cross the Atlantic“ meldete die Pathé News. Das Boot hieß Tangaroa, sein Erbauer und Skipper war James Wharram, die Crew bestand aus seinen beiden Freundinnen Jutta Schulze-Rhonhoff und Ruth Merseburger, und die Unternehmung war eigentlich eine Trotzreaktion: Wharram zog aus, Thor Heyerdahls Theorie über die Besiedlung der pazifischen Inseln zu widerlegen. Nicht auf Flößen von Südamerika aus, sondern auf hochseetüchtigen Katamaranen aus Asien sei die große Wanderung erfolgt. Die Tangaroa erreichte nach vielen Abenteuern wohlbehalten Trinidad. Der Beweis, dass Katamarane taugliche Ozeanfahrzeuge sind, war erbracht.  

67 Jahre später, am 23. Juli 2022, lag wieder ein sieben Meter kurzer Katamaran an der Zollpier von Famouth, die Mana, erheblich eleganter und ausgereifter als die Tangaroa, aber unverkennbar ebenfalls ein Wharram Design. Gegen Mittag lief sie aus, gesteuert von Wharrams Lebenspartnerin, Co-Designerin und Co-Autorin Hanneke Boon. Zur Mana gesellte sich eine Flotte, die James Wharrams eindrucksvolles Lebenswerk abbildete: Im frischen 28 Knoten-Wind tummelten sich in den Carrick Roads eine 42 Fuß-Pahi, eine ganze Palette von Tikis in Längen von 21 bis 31 Fuß, eine von Jamie Wharram geskipperte Tahiti Wayfarer mit Krebsscherensegel und sogar ein winziges Auslegerkanu von Typ Melanesia.

Die Flotte formierte sich um die Mana und die Tahiti Wayfarer. Dann wurde die Asche von James und Ruth Wharram dem Meer übergeben, um vom Ebbstrom hinaus auf die offene See getragen zu werden. Ein Kreis schloss sich, und es war ein weiter Kreis: Am Ende seines Lebens konnte James Wharram auf eine Weltumsegelung, zwei Bücher, drei Dutzend Bootsdesigns in Längen von 14 bis 65 Fuß und mehr als 10,000 verkaufte Selbstbaupläne zurückschauen. Wenn jemand den Yachtsport nachhaltig demokratisiert hat, dann er. Rory McDougall, der in den 1990ern als 21-Jähriger auf einem sechs Meter kurzen Wharram solo die Welt umsegelt hat, kommentierte: „Ich werde James ewig dankbar sein. Ich bin um die Welt gesegelt – und dabei jeden Tag mehr zu mir selbst. Auf welchem anderen Boot wäre eine solche Reise in so jungen Jahren möglich gewesen?”

Our Special Hui to celebrate the lives of James and Ruth Wharram was a great success, with 85 people attending, 15 boats and 67 people crewing them on the saturday.

Mike Lynn, who has translated James‘ autobiography ‚People of the Sea‘ into German and who traveled to the Hui from Vienna wrote this touching report:

Farewell to James Wharram

On 23 July, a colourful fleet of homemade catamarans gathered in Cornwall to pay their last respects to James and Ruth Wharram. Outside Falmouth harbour, the starting point of his legendary first Atlantic crossing in 1955, in a fresh 28 knot wind, there was a fleet that represented Wharram’s impressive life’s work as a designer: a 42 foot Pahi, a whole range of Tikis in lengths from 21 to 31 feet, a Tahiti Wayfarer with crab claw sails and even a tiny Melanesia type outrigger canoe.

The fleet formed around the Mana, skippered by Wharram’s life partner, co-designer and co-author Hanneke Boon, and the Tahiti Wayfarer, piloted by his son Jamie. Then the ashes of James and Ruth Wharram were consigned to the sea, to be carried out into the open sea by the ebb current. 

Coming full circle, at the end of his life James Wharram could look back on a circumnavigation, two books, three dozen boat designs in lengths from 14 to 65 feet and more than 10,000 self-build plans sold. Many owe him a lot.

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