
Die letzten drei Monate waren vollgepackt mit Abenteuern, Aufregungen und Herausforderungen.
Aber auch voller Spaß, toller Begegnungen und schöner Erlebnisse.
Mitte Januar ging es von Utila, Honduras wieder zurück nach Belize. Nach den üblichen, lästigen und kostspieligen Einreiseformalitäten waren wir zurück in unserer „Homebase“ Placencia. Dort kannten wir uns mittlerweile bestens aus, bei den Managern des Supermarkts, des Baumarkts und beim Gemüsehändler waren wir beliebte, weil zahlungskräftige Kundschaft, der man die schwerbeladenen Einkaufswägen gern bis zum Dinghi brachte. Wir waren Stammgäste in der Eisdiele, im Paradise Frühstückscafé, im Coffeehouse brachten wir es zu einer vollen Stempelkarte und in Caroline’s kleiner Marina, dem Placencia Yacht Club fühlten wir uns wie zuhause. Dort durften wir anlegen, um Wasser nachzutanken, Wäsche zu waschen, in der schönen Palapa Yoga üben, unsere acht mal fünf Meter große Decksabdeckung auf der Wiese zusammenlegen und Caroline’s Weltklasse-Carbonara genießen, und manchmal durften wir nach dem letzten Sundowner auch einfach am Steg liegenbleiben, ohne extra zu zahlen. Hierher ließen wir unsere drei Freundesgruppen kommen, um mit ihnen dann entlang des Riffes nach Norden zu segeln, wo sie dann in Belize wieder ausstiegen.

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| Placencia Yacht Club |
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| Placencia anchorage |
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| Bei Caroline im Yachtclub |
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| Sundowner auf Southwater |
Bald hatten wir unsere „Lieblings-Cayes“: den wilden Cary Caye, den gepflegten Moho Caye, Southwater Caye mit der Cocktailbar und dem schlafenden Ammenhai, Carrie Bow Cay mit den freundlichen Adlerrochen, Tobacco Caye, wo es außer unglaublichen Wasserfarben auch unglaubliche Cocktails gab, Colson Caye mit geheimnisvollen Mangroven, Whippary Caye, wo es außer wilden Hunden auch einen Inselwächter gab, der sich sehr über ein paar frische Salatköpfe und Süßigkeiten freute, Garbutt Caye, wo uns „Lord“ Byron zeigte, wie man aus großen Meerschnecken herrliche Pastasauce macht, Robinson Caye, Rendezvous Caye, Ranguana Caye… so schnell werden wir Belize nicht vergessen!
Wir trafen in Belize durchweg freundliche Menschen, sofern sie nicht in Unform waren… Doch auch unter denen gab es Ausnahmen: Die lustige Belegschaft der Immigration-Station in Punta Gorda, wo wir unsere erste Einreise absolvierten und den witzigen Beamten von Immgration in Belize City, der augenzwinkernd „vergaß“ die Gebühr für unsere letzte Ausreise einzukassieren. Das wog –fast- die motzigen Beamten in Big Creek bei Placencia auf, die uns für die Ausreise am 23. Dezember (das gehört doch schon zu Weihnachten!) eine saftige Feiertagsgebühr verpassten, und bei der Wieder-Einreise Ende Januar einen ordentlichen Rüffel, weil wir uns nicht ordentlich angemeldet hätten. Doch den fiesen Polizisten mit den Goldzähnen an der Straßensperre in Belize City, dem wir wegen vergessenem Führerschein im Mietwagen eine Flasche Rum vorbeibringen mußten, werde ich ganz sicher auch nicht vergessen!
Herrlich waren die Begegnungen mit den Leuten auf den Inseln: Fischer, mit denen wir eine Tafel Schokolade und ein Fläschchen Hochprozentiges gegen frischen Fisch tauschten, Inselwächter, denen wir die Zeit bis zum nächsten Versorgungsboot mit Frischgemüse und Angelleine verkürzten, Meeresbiologen, die wasserscheuen amerikanischen Studenten die Wunder des Riffes zeigen mußten, diese aber mehr an der Happy Hour der Inselbar interessiert waren. Am lustigsten war ein wilder Kerl, der mit dem Kanu auf unser unter vollen Segeln dahinbrausendes Schiff zupaddelte und laut „Café, Café!!“ rief. Schnell hatten wir begriffen, daß er keinen anbot, sondern welchen WOLLTE!
Da wir schlecht bremsen, er aber nicht mit uns mithalten konnte packte ich ihm schnell eine Wochenration in einen Yoghurtbecher und zwei Plastikbeutel und warf sie achteraus. Wir konnten gerade noch sein freudestrahlendes Gesicht und den gereckten Daumen erkennen, bevor er hinter uns zurückblieb.
In der Cucumber Beach Marina südlich von Belize fanden wir unsere zweite „Basis“, wo unsere Besucher angenehm aussteigen und zum Flughafen kommen konnten. Zwar war es dort am Wochenende fürchterlich laut, doch das Schiff war in Sicherheit und wir konnten auch einmal etwas an Land unternehmen.
Mit unseren „Berliner Mädels“, unseren Pforzheimer Freunden und zuletzt unseren „Integralis“-Coaches konnten wir wunderschöne Orte entdecken und besondere Momente und unvergessliche Erlebnisse teilen.
Thank you Belize: you’re unbelizable!
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| Cary Cay: wild und schön |
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| Cucumber Beach Marina: very special! |
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| Pilot Oliver….
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| Drei starke Mädels im Dschungel |


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| Schöner kann man nicht k….en, oder? |

Wir hatten am 16. Februar unsere Aufenthaltsgenehmigung verlängert (natürlich gegen Gebühr) und pünktlich am 16. März verließen wir das Land. Nicht ohne Aufregung: Am Vorabend der Abreise schoß sich der Käpten, als er unter dem Schiff etwas anschraubte, einen Holzsplitter ins Auge!
Nach einer schmerzhaften Nacht stand fest, daß wir uns so nicht auf den Weg nach Panama machen konnten… Also standen wir morgens um acht in einer Belizer Augenklinik und ließen Berti’s Auge untersuchen (gegen eine Gebühr, bei der das Auge gleich noch mehr tränte…). Doch das war’s wert, denn der Arzt konnte nur eine leichte Verletzung und keinen Splitter mehr erkennen, verschrieb Antibiotika und entließ den Kapitän mit der Mahnung zur Schonung und Sonnen- und Windenthaltsamkeit.
Doch das konnte uns nicht von der Abfahrt abhalten. Anschließend kam noch das Ausklarieren, was wieder einmal ziemlich aufregend war (nicht vorhandene Formular- Vordrucke, die man sich dann selbst „basteln“ mußte, Crewlisten, die man in dreifacher Ausführung brauchte, aber nur doppelt hatte, Schiffsdokumente, die ich im Kopierer des gar nicht nahegelegenen Copyshops liegen gelassen hatte…. Der Beamte war irgendwann regelrecht amüsiert über meine Kopflosigkeit und „vergaß“ darüber wohl, die 30 Dollar pro Stempel im Paß zu kassieren.) Wir schafften es dann tatsächlich rechtzeitig die Marina zu verlassen, bevor uns die resolute Harbourmasterin einen zusätzlichen Tag berechnen konnte. (Zu Hafenmeistern beiderlei Geschlechts scheine ich immer eine Art Haßliebe zu entwickeln..)
Dank unserer kopfstarken Crew konnte der Kapitän vor körperlicher Anstrengung geschont werden. Vor Wind und Sonne schützte ihn die Skibrille (endlich kam die mal zum Einsatz!), nur die Planung und die Verantwortung kann ihm niemand abnehmen.
Nach einem zweitägigen Halt am Außenriff von Belize, wo wir im geschützten Turneffe-Atoll noch einige Vorbereitungen treffen konnten ging es dann in rauher Fahrt nach Roatàn, Honduras. Mittlerweile hatte sich der versprochene Südwind durch eine Depression vor der Küste Kolumbiens zu einem ausgewachsenen Ostwind entwickelt.
Dennoch sind wir gestern früh nach Guanaja, der östlichsten der Bay Islands aufgebrochen: ein grausiger Ritt gegenan, bei der unsere beiden SMARTies alles geben mußten und die meisten ein SCOPODERM – Pflaster hinters Ohr brauchten.
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Die starke Crew:
Mauro, Stefan, Paul und Gerd |
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| Firefighters at work |
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| Captain RedEye
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Doch es hat sich gelohnt: Wir liegen im Norden der Insel vor unberührten Palmenstränden, geschützt vor der Welle. Nur die Fallböen, die von den recht hohen Bergen herunterknallen machen das Paradies etwas ungemütlich. Wir haben zwei Anker ausgebracht, doch bei Böen von 50 Knoten schläft man nicht so ruhig…
Wir hoffen, daß sich der Wind bald ausgetobt hat. Gegen Wochenbeginn soll es besser werden, dann geht es weiter Richtung Panama!