Auf nach Panama!

Auf nach Panama – oder doch nicht? – vielleicht nächste Woche? – No way, keine Chance – besser bis Dezember warten! – Zurück in den Rio Dulce? Auf keinen Fall! – Okay, jetzt fahren wir los.

(sorry, wenn so viel in so kurzer Zeit passiert, braucht es paar mehr Worte)

Es war das übliche Abschieds-Drama wenn uns die Integralis-Freunde verlassen. Keiner will von Bord und wir wollen sie nur gehen lassen, wenn sie versprechen, dass sie alle wiederkommen. Aber es musste sein, denn wir wollten uns wenige Tage später auf nach Panama machen. Die Überführer-Crew reiste an. Alle haben schon mal eine Atlantiküberquerung mit Largyalo gemacht, mal herüber, mal hinüber, und ein Frischling. Der war allerdings der einzige der Seglerverstand hatte. Der wußte wie das geht, wie man eine Winsch richtig bedient und der wusste, warum man beim Segeln NIEMALS über Bord pinkeln darf. Das schien aber nicht jedem klar zu sein, trotz eindringlicher Sicherheitseinweisung.

Wir hatten 3 Wochen geplant, wobei die reine Fahrzeit nur 7 Tage dauert, aber es war zu erwarten, dass wir noch das richtige Zeitfenster abwarten müssen, und schließlich wollten wir ja auch ein bisschen Bade- und Schnorchel-Spaß, und zwei bis drei Tage waren für Vorbereitung eingeplant.

Der Abfahrtstermin stand fest. Die Tanks waren voll, der Kühlschrank und die Futterschapps auch und der Wetterbericht sagte zwar nicht ideale Bedingungen voraus, aber es schien machbar.

Captain Redeye

Am Abend davor musste noch etwas unter dem Schiff montiert werden und dabei flog mir ein Holzsplitter ins Auge. Eigentlich in beide, aber aus dem einen konnte ich ihn heraus reiben. Der andere war einfach nicht zu fassen. Das Reiben, Umschläge mit Zaubertrank, Herumfuchteln unterm Augenlid brachten nicht die Erlösung, dafür aber heftige Schmerzen, ein dick geschwollenes Auge und das Weiße war mittlerweile blutrot unterlaufen und eine schlaflose Nacht. In dem Zustand wäre ein Start zur Überfahrt sehr riskant gewesen. Also am Morgen, noch bevor wir die Ausklarierungsprozedur über uns ergehen lassen, erst mal in die Augen-Klinik. Der Arzt stellte einen Kratzer in der äußeren Schicht fest, aber das diagnostizierte er als nicht so dramatisch. Er verabreichte mir einen Cocktail aus Augentropfen, die ganz gewissenhaft jede Stunde einzuträufeln waren. Nach vier Tagen wolle er mich dann nochmal sehen. Da wollten wir aber schon auf hoher See sein. Einen Termin haben wir uns dann zwar geben lassen, wohl wissend, dass ich bis dahin längst wieder fit und weit weg bin.

Also, als nächstes Ausklarieren, denn es war keine Zeit zu verschwenden. Nicht nur wegen dem Wetter-Zeitfenster, sondern auch wegen dem Bezahl-Zeitfenster. Wenn wir um 12 Uhr nicht weg sind, wird gleich noch eine Tagesmiete in der Marina fällig. 

Wir legen pünktlich ab. Da ich mein Auge vor Wind und Sonne schützen soll, steuere ich nur durch die sehr enge Hafeneinfahrt, dann verpasste mir Petra die nötige Schutzausrüstung. Eine Hochgebirgs-Skibrille die für jenseits der Achtausendergrenze geeignet wäre.

Überführungscrew 1 (Belize- Roatan – Guanaja)

Wenn man die Wetterberichte aufmerksam studiert und die aktuelle Wettersituation mit dem vergleicht, was noch vor ein paar Tagen oder sogar gestern vorhergesagt war, dann drängt sich unweigerlich der Verdacht auf, dass die Wetterfrösche sich schon mit einer gewissen Zuverlässigkeit eines Zitats von Konrad Adenauer bedienen, das da heißt: „Was schert mich mein Geschwätz von gestern“.  Und obwohl man als Segler genau weiß, dass das exakte Zutreffen der Vorhersage die Ausnahme ist, klammert man sich flehend doch an die Hoffnung, dass gerade jetzt so ein Ausnahmefall eintreten soll. 

War aber nicht so. Was gestern noch als mäßiger Süd-Ostwind am Bildschirm stand und eine schöne Hoch-am-Wind-Segelei versprach, ist jetzt ein strenger Ostwind der drei Tage zermürbendes Gegenan-Motoren bedeutet hätte. Also, planten wir kurzerhand um und steuerten nach Südosten auf die Bay Islands Roatan und Guanaja zu. Das hatte auch den Vorteil, dass wir noch einen Zwischenstop machen konnten, nachtanken und frische Vorräte kaufen und die erste Überfahrtsetappe um einen Tag verkürzten. Wir kannten uns dort schon gut aus, weil wir bereits im Dezember und Januar dort waren und Gefallen an den Inseln hatten. Was wir noch nicht auf dem Schirm hatten, dass sich genau in der jetzigen Jahreszeit um diese Inseln herum eine enorme Sturmzone aufbaut mit nicht selten bis zu 50kn Wind, wie schon im vorherigen Post „Gefangen im Paradies“ beschrieben. Wir hatten noch das Glück bei moderaten Bedingungen bis nach Guanaja zu fahren, dem östlichsten Absprungsort für die Überfahrt. Aber dann konnten wir uns nur noch in Sicherheit bringen. Auf dem Weg dorthin hatten wir noch einen Todesfall zu beklagen. Eine unserer Lichtmaschinen verreckte. Aber woher eine neue Lichtmaschine nehmen wenn man am gefühlten Ende der Welt ist? Kein Problem. Unser Freund Robert Reichmann, der schon seit 25 Jahren in La Ceiba (am honduranischen Festland) lebt und dort eine kleine Werkstatt für Schiffsreparatur betreibt hat uns schon mal aus der Patsche geholfen. Aber er braucht die alte Lima zum Maß nehmen für eine neue. Also erst die Defekte zu ihm schicken. Man möchte meinen, dass das in so einer Bananenrepublik nicht funktioniert, schon gar nicht innerhalb eines Tages. Weit gefehlt! Während der Paketversand in Deutschland etwa so unzuverlässig funktioniert, wie man das in einer Bananenrepublik erwartet, klappt das in Honduras so, wie das in einem hochentwickelten(?) Industrieland wie Deutschland selbstverständlich sein sollte. Unkompliziert, zuverlässig, schnell und spottbillig! Man braucht das Paket nur zum Stadtbüro der Fluglinie bringen, Empfängername draufschreiben, ein paar Dollar bezahlen, einem Taxibootfahrer das gute Stück übergeben der es zum Flughafen bringt und ein paar Stunden später kann der Empfänger es abholen. Robert hat natürlich nicht die gleiche Lichtmaschine bekommen, aber eine die so ähnlich aussieht. Und wenn sie nicht passt, meinte er ganz zuversichtlich, dann musst du sie eben passend machen. Welch eine Gnade des Universums, sie passte auf Anhieb fast perfekt. Nur eine unnütze Versteifungsrippe musste weggeschliffen und an der Verkabelung musste eine Kleinigkeit geändert werden, aber das war eher eine Auflockerungsübung für Paul, unseren Daniel Düsentrieb aus Oklahoma, der vorher schon unseren defekten Gasherd fast wie neu gemacht hat. Und weil wir immer damit rechnen mussten, dass die andere Lima auch das Zeitliche segnet, haben wir gleich zwei neue bestellt. 

Impressionen von Bonacca, der „Hauptstadt“ von Guanaja

Die Zeit verstrich und das Zeitfenster für die Crew wurde immer kleiner. Aber der Wetterbericht sagte immer noch nicht fahrbare Bedingungen soweit voraus, dass eine Vorhersage eh schon nur Spekulation sein kann. Und immer ist man in der Hoffnung, dass er doch wie so oft nicht stimmt und dass diese Vorhersage nur im Spaß gemeint war. 

Ein paar Locals und deutsche Segler, die schon einige Jahrzehnte dort leben versicherten uns, dass zwischen März und Ende Dezember nur ganz selten mal Bedingungen herrschen, die eine Überfahrt ermöglichen, und wir uns schon mal darauf einstellen sollen, erst in einem Dreiviertel Jahr zu fahren. Das Schockierende an dieser Vorstellung war, dass wir zum Schutz vor den Hurricans im Sommer und Herbst uns wieder in den Rio Dulce verkriechen müssten. Eine inakzeptable Vorstellung die Petra schon gleich kategorisch ausschloss. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt und vielleicht sind uns ja die Wettergötter gnädig und schicken uns doch so ein absolutes Ausnahmewetter.

Da es aber die nächste Zeit überhaupt nicht so aussah, sagten wir die Überfahrt erst mal ab, da hierfür wirklich keine Chance mehr bestand. In weiser Voraussicht hatten wir allen Mitfahrern vorher schon gesagt, dass sie noch keine Rückflüge buchen sollten, da ein spätester Ankunftszeitpunkt einfach nicht sicher vorhersehbar war. Also war die Rückreise von den Bay Islands schon mal kein Problem.

Aber wir hatten ein anderes Problem. In Panama erwartete uns eine befreundete Familie, die mit uns noch zwei Wochen durch die Inselwelt von Panama tingeln wollte. Als wir sie darüber informierten, dass wir nicht kommen könnten, fragte Georg, ob sie vielleicht zu uns kommen sollten. Schließlich wollten sie einfach nur auf Largyalo sein, auch wenn sie nicht in Panama ist. 

Das war perfekt. Das machte den Gedanken, erst nächsten Winter die Überfahrt zu machen schon nicht mehr ganz so tragisch. Und insgeheim spielten wir auch mit dem Gedanken, falls sich jetzt doch das fast Undenkbare ereignen sollte, nämlich dass doch fahrbare Bedingungen eintreffen, vielleicht unsere Gäste sogar Lust auf ein großes Abenteuer haben, die Überfahrt. Schließlich machen sie gerade selber den Segelschein, und sind überhaupt auch sehr abenteuerlustig. 

Überführungscrew 2
(Roatan – Guanaja – Providencia – San Andres -Colon)

Für den Crew-Wechsel mussten wir wieder zurück von Guanaja nach Roatàn. Von dort reisten die einen ab und die Neuen sollten noch am selben Tag kommen.

Was sich dann ereignete, sollte sicher einer der größten Glücksfälle sein die wir bisher erleben durften. Wir fragen uns immer noch, was wir für eine gute Tat vollbracht haben, dass wir mit soviel Glück belohnt wurden.

Bei der Überfahrt von Guanaja nach Roatàn, mit bis zu 40 kn Wind von hinten, hatten sich schon ganz enorme Wellen aufgebaut. Eigentlich das Lieblingswetter von unserem Schiff. Da kann es zeigen wie wenig es sich von solchen Bedingungen beeindrucken läßt. Das Problem war nur, dass wir irgendwann in eine enge und gefährliche Bucht rein grätschen müssen, die von einigen Riffen umgeben war, die  nur noch an der Brandung zu erkennen waren. Ein heikler Moment, in dem absolut nichts schief gehen durfte. Um die Wellen nicht direkt von der Seite abzukriegen, schnitt ich die Kurve der Einfahrt etwas an, was uns in flacheres Wasser brachte. Allerdings immer noch 5m tief und absolut save.

In höchster Anspannung, dass wir den schmalen Kanal treffen, macht es plötzlich einen Rumms. Largyalo durchzuckt es wie einen Stromschlag, das Schiff hebt sich etwas und der Steuerbormotor macht keinen Muckser mehr. Ich befürchtete, dass da doch ein Korallenkopf war und  der Antrieb dort aufgesessen ist. Ich hatte schon einen abgerissenen Propellerschaft vor Augen. Aber bevor ich weiter über den Schaden nachdachte, musste ich erstmal eine weitere Katastrophe verhindern und sofort das Schiff wieder aus der Bucht steuern, um nicht noch auf eines der Riffe aufzulaufen. Als wir wieder in sicherer Wassertiefe waren, konnten wir uns dem Plan B zuwenden. Ich hatte mir schon bevor das Malheur geschah überlegt, was denn ein Ausweichplatz wäre, den wir sicher anlaufen können, falls die Einfahrt nach French Harbour zu riskant ist. Das einzige das da in  Frage kam, war direkt bei Coxen Hole, der 15km entfernten Hauptstadt. Da hatten wir von Land aus neulich gesehen, dass dort ein Segler hinter einer kleinen Insel lag. Es war nur noch das Problem zu bewältigen, nur mit einem Motor nochmal ein halbe Meile bei Windstärke 8-9 gegenan zu fahren. 

Wie unser kaputter Antrieb jetzt aussehen wird, mochte ich mir gar nicht mehr vorstellen. 

Als ich zur Heckrampe ging, sah ich, dass wir ein dickes Tau hinter uns herzogen mit einer Boje dran. Sofort wurde mir klar was passiert sein musste. Wir haben uns an einer Tauchboot-Mooring verfangen. Und wenn wir Glück haben ist gar kein schlimmer Schaden entstanden. Vielleicht der Propeller verbogen, aber da hatte ich ja Ersatz dabei. Wir kurbelten den Steuerbord Antriebsstrang hoch, dass er aus dem Wasser war. Durch die Spalten im Lattenrost konnten wir erkennen, dass ein armdickes Tau um den Propeller gewickelt war. Petra versuchte mit allerlei dünnen Gerätschaften das Tau von oben zu lösen, aber es war unmöglich. Es musste jemand ins Wasser. Aber das war bei den Wellen von mittlerweile über zweieinhalb Meter viel zu gefährlich. Wir mussten erst an den vorgesehenen Ankerplatz und im Wellenschatten der Insel gab es die Chance, das Problem zu beheben. Als wir in die Bucht einliefen, hatten wir größte Mühe gegen den Wind anzukommen. Bei so geringer Geschwindigkeit war Largyalo nicht mehr zu steuern und der einseitige Schub gab ihm den Rest. Unser Notankerplatz war so nicht zu erreichen, obwohl wir nur noch 200 Meter entfernt waren. 

Dann gab ich das Kommando an Petra sofort ins Wasser und die Leine entfernen. Das Wasser war jetzt ruhig genug. Sie hatte sich schon den Neopren übergestreift und war bereit. Es dauerte keine 20 Sekunden dann war der Propeller wieder frei. Sofort Motor an, Antrieb wieder absenken und dann der spannende Moment ob der ganze Strang noch funktionierte oder Schaden genommen hat. Keine Vibration oder ungewöhnlich Geräusche waren zu spüren, nur kräftiger Schub. Wir hatten Largyalo wieder unter Kontrolle! 

Das, was mich am meisten verblüffte, war, welche enorme Last unser Antriebsstrang aushält. Ich hatte mich bisher noch nicht mal Vollgas geben getraut vor Angst, meine Konstruktion könnte das nicht aushalten. Aber es zeigte sich, dass sie einige Tonnen Belastung schadlos übersteht.

Das wurde klar, wenn man sich diese Mooring angeschaut hat. Das war ein 60mm Tau mit 13mm Kette. Damit war sie an einem Betonblock am Meeresboden befestigt. Der Schäkel der Kette war glatt abgerissen. Nicht auszudenken wenn er gehalten hätten. Dann wäre Largyalo in einer sehr misslichen Lage gewesen.

Der Antrieb funktionierte wieder dank Petras Heldentat. Aber das nächste Problem wartete schon auf uns. Es war einfach nicht möglich den Anker zu setzen, dass er hielt. Der Untergrund war steinig und tief und der Wind einfach zu stark. Und dort wo der Grund besser war, war zu wenig Platz. 

Mittlerweile war es dunkel. Nirgends ein Kai wo wir anlegen konnten. Allerdings gab es vor der kleinen Insel ein größeres Becken mit wackeligem Steg drumherum. Hier werden verletzte Meerestiere wie Delfine oder Schildkröten wieder aufgepäppelt, wie wir später erfahren haben. Unsere einzige Chance: Hier anlegen, auch wenn wir befürchteten, den ganzen Steg wegzureißen. Und dass wir dort auch gleich wieder weg gescheucht werden davon mussten wir auch ausgehen. Nur hatte der Steg kaum Befestigungsmöglichkeiten, nur die Pfosten unter dem Steg. Also sprang Petra einfach ins Wasser, legte den Festmacher darum und gab ihn zurück zum Schiff. Ich wusste weder dass sie im Wasser ist noch konnte ich sehen wie weit ich vom Steg weg bin. Es war wieder mal eine haarsträubende Aktion. Wir vertäuten Largyalo an so viele Pfosten wie möglich, dass sich die Last verteilt und keine Gefahr mehr bestand. 

Wir hatten gerade erleichtert durchgeatmet und konnten es kaum fassen, dass alles gut gegangen ist, da stand schon der Security-Mann da und macht uns unmissverständlich klar, dass das nicht geht. Wir müssen weg, weil der Steg zu schwach ist. Dank Petras unglaublichem Charme und mit ihren guten Sprachkenntnissen, hat sie auch diesen Herrn um den Finger gewickelt und er hat sich dann als wirklich verständnisvoll und sehr freundlich gezeigt. Etwas nachgeholfen hat natürlich noch die Geschichte von einem defekten Antrieb den wir erst morgen bei Tageslicht reparieren können und ein paar Dosen Bier. Er wolle nochmal mit seinem Chef reden und der hat unseren Verbleib erst mal genehmigt. Am Morgen um acht Uhr stand dann der Chef vor uns. 

Er war begeistert, dass dieses tolle Schiff an seinem Steg anlegt. Er hatte uns schon vorher ein paar mal gesehen. Wenn wir gewollt hätten, dann hätten wir dort auch noch länger liegen dürfen. Im Nachhinein betrachtet wäre das aber keine gute Idee gewesen. Denn wie wir aus einer Infoseiten über Pirateriefälle erfahren haben, ist einige Tag später genau an diesem Platz eine Yacht von zwei bewaffneten Männern überfallen worden.

Aber wir mussten ja eh weg, weil unser Crewwechsel bevorstand. 

Die Schachgroßmeister
Die verhängnisvolle Boje
LiMa-Akrobatik
Der Notfall-Liegeplatz

Als unsere neue Crew an Bord war und wir ihnen die ganze Situation erklärten und darin ein eventuelles Wetterfenster für die Überfahrt vorkam, waren sie sofort begeistert. Das Thema kam überhaupt nur deshalb auf den Tisch, weil sich bei Absage der Überfahrt mit der ersten Crew, im Wetterbericht ganz hinten in 10 Tagen bereits eine Wetterberuhigung ankündigte. Aber die war noch so weit weg, dass man sie nicht wirklich ernst nehmen konnte. Aber um jeden Tag der verstrich, rückte ein brauchbares Wetterfenster näher. Das hätte aber auch von einem auf den anderen Tag zerplatzen können wie eine Seifenblase.

Natürlich informierten wir unsere Freunde was so eine Überfahrt bedeutet: Sieben Tage auf See. Bei ruhigen Bedingungen eine Monotonie aus Wache schieben, chillen, kochen, essen, schlafen, Wache schieben ….und vor allem digitales Fasten!

Bei rauhen Bedingungen kommt noch Gewackle dazu und ab und zu Action, wenn ein Segel gerefft werden muss.

Und wir stimmten sie schon mal darauf ein, dass sich das Wetter auch ganz schnell wieder so ändern könnte, dass ein Umkehren die beste Option sei.

Dann gab’s aber noch etwas, das diese Fahrt nicht einfach zu 250sm nach Ost und dann 450sm nach Süd machte. Auf der Strecke liegt nämlich auch ein gefürchtetes Piratengebiet das sich über die Nord und Nord-Ost Küste Honduras und der Ostküste Nicaraguas erstreckt. Relativ regelmäßig liest man in einschlägigen Internet Foren Berichte von Überfällen und die Einheimischen der Bay Islands rieten uns eindringlich, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Wir hatten schon das Gefühl dass da eine richtige Paranoia herrschte. 

Nun darf man sich diese Piraten nicht wie Captain Sparrow vorstellen. Es sind Fischer, die sich die Gelegenheit auf ein Zubrot nicht entgehen lassen und es einfach mal versuchen. Es ist aber auch damit zu rechnen, dass einige nur aufs Meer hinausfahren und weniger Interesse an ein paar Fischen haben, als mehr an Yachties. Vor allem wenn sie vorher einen Tipp von den Verwandten auf Guanaja bekommen haben, dass sich da gerade ein Schiff in ihre Richtung auf den Weg macht.

Das Gebiet reicht bis  über hundert Meilen vor die Küste. Danach ist die Wahrscheinlichkeit gering auf so böse Buben zu treffen. Dieser Abstand markiert die Kurslinie die man nehmen sollte, um auf der sicheren Seite zu sein. Das Problem ist nur, dass sich eben genau dieser Linie entlang eine sehr starke Gegenströmung schlängelt mit bis zu 3 kn. Und das hat noch den Nebeneffekt, dass bei nördlichen Winden, Wind gegen Strömung steht und eine grauenhafte See entsteht. Die Krux ist, je ruhiger das Meer ist umso weiter fahren die Fischer hinaus. Heißt also bei angenehmen Segelbedingungen ist die Gefahr größer auf sie zu treffen, und es macht es den Piraten, die oft zu zehnt und mehr im Boot sitzen, leichter eine Yacht zu borden. Je rauer und unangenehmer das Meer, umso geringer die Gefahr. 

Die Entscheidung ob die Bedingen so stabil und geeignet sind die Fahrt anzutreten, wollte ich bis unmittelbar vor möglichem Abfahrtstermin hinauszögern, um ganz „frische“ Wetterdaten zu haben.

Wir lagen vor Guanaja. Am Montag den 10. April schien das Wetterfenster gut zu sein. Bei Abfahrt am späten Nachmittag konnten wir in zwei Tagen bei Einbruch der Dunkelheit den Wendepunkt nach Süden erreichen, bei mäßigem NO Wind. In der darauffolgenden Nacht soll der Wind auf Ost drehen und an Stärke zunehmen. Das sollten optimale Bedingungen sein. Aber schon einen Tag später wären es ganz schlechte Bedingungen weil uns dann auf der Strecke nach Osten, zumindest ab der Hälfte, starker Wind auf die Nase blasen würde. 

Morgens fuhren wir dann mit dem Wassertaxi in die 1,5 sm enfernte Inselhauptstadt Bonacca zum Ausklarieren. Der erste Weg führte uns zum Immigration Office. Noch ein paar Tage vorher hatten wir uns dort erkundigt wann es geöffnet hat. Montag bis Freitag immer vormittags! Es war OSTERmontag Vormittag!!! Und es war geschlossen. Wenn wir jetzt nicht ausklarieren, können wir die Überfahrt vergessen, zumindest vorerst und mit dieser Crew.

Enttäuscht ziehen wir wieder ab, in der Hoffnung, dass sich der Beamte nur ein Vormittagsbier gönnt. Auf dem Rückweg, beim Passieren der Bank, treffen wir Walter, den Sicherheitsbeamten mit dem wir uns schon angefreundet hatten. Wir fragen, ob er wisse, warum die heute geschlossen haben. Da deutet er auf einen Mann der unweit steht und sagt, das ist der Beamte. Wir stürzen auf ihn zu, dass er schon in Deckung gehen wollte. Er meinte, dass die ganze Insel heute keinen Strom hat und er deshalb keinen Rechner hochfahren kann. Aber er ging mit uns trotzdem zum Büro und siehe da , das Licht brannte und Strom war wieder da. Die ganze Prozedur dauerte wieder eine Weile und ebenso beim Hafenkapitän. Die Frage, wo wir hinsegeln, beantworteten wir unwahrheitsgemäß mit „Mexiko“. Das riet uns unser Freund Robert, weil er meinte, dass die Leute auf Guanaja gut vernetzt sind mit den „Fischern“ am Festland und diese gleich informiert werden wenn sich ein Yacht auf den Weg macht – Paranoia, wie schon erwähnt.

Kurz vor Sonnenuntergang segelten wir los. Wir ließen aber die Motoren mitlaufen, weil wir nur unter Segel so hoch am Wind waren, dass wir zu langsam gewesen wären um das Timing richtig einzuhalten. So ging es erst mal 48 Stunden bei sehr angenehmen Bedingungen. Die Zeit wurde uns vertrieben durch eine neugierige Schar von Schwalben. Sie waren so zutraulich, dass wir sie sogar in die Hand nehmen konnten. Am zweiten Tag erschütterte ein gellender Schrei von Petra das Schiff: FIIISCH!!! Wir reduzierten die Geschwindigkeit und Petra hatte die Schleppleine schon ganz nah am Boot. Der war so groß, dass er nie und nimmer in den Kescher passte. Ich musste ihn dann mit einem Gaff an Bord holen. Ein 120cm großer Barracuda. Sein Maul mit bedrohlichen Zähnen war mindestens 15cm lang. Gekonnt beförderte ihn Petra in den Fischhimmel. Dann wurde er sauber filetiert.

Ein bisschen mulmig war uns zuerst schon, da Barracudas als Raubfische am Ende der Nahrungskette stehen und damit ein Gift in sich anreichern, das die Rifffische durch Fressen von Rotalgen in sich aufnehmen. Den Fischen macht das nichts aus. Aber beim Menschen löst es die   Krankheit Ciguatera aus. Die ist zwar selten tödlich, aber sehr unangenehm mit hohem Fieber, Bauchkrämpfen, Erbrechen und umgekehrtem Wärme-Kälteempfinden. Kaltes wird als heiß empfunden und umgekehrt. Das dauert dann ein bis vier Wochen, manchmal auch länger, bis das wieder abklingt. Und Barracudas sind die häufigsten Überträger dieser Krankheit. Aber diesen hier haben wir auf hoher See geangelt und nicht an einem Riff. Daher schätzten wir die Gefahr als gering ein und genossen den Fisch umso mehr. Denn er war wirklich besonders lecker. 3 Tage aßen wir zu fünft daran.

Allerlei tierischer Besuch
Sprechstunde bei der Tierärztin
Robert und Berti werden gefeiert
Ein Vögelchen besucht Robert an seinem Geburtstag!

Wir waren noch gut 30 sm von Wegpunkt nach Süden entfernt, da bemerkten wir, dass der Wind bereits auf Ost drehte. Wir kamen langsamer voran und die starke Gegenströmung war schon zu spüren. Da entschieden wir uns, schon jetzt nach Süden abzudrehen. Das bedeutete allerdings, dass wir tiefer ins Piratengebiet eindringen als wir vor hatten. Da aber Wind und Welle zunahmen und wir immer schneller vorankamen – wir segelten mit über 7 kn – sahen wir das Risiko eher als gering. Alle Lichter und das AIS (Ein Signal mit dem sich Schiffe identifizieren lassen) hatten wir abgeschaltet und waren somit zumindest nachts unsichtbar. Und außerdem, bei so viel Glück das wir die letzte Zeit hatten, muss es da wohl eine unerschöpfliche Glücksquelle geben.

Wir haben kein einziges Schiff gesehen. Und wenn sie doch gekommen wären, waren wir soweit vorbereitet, dass wir uns wehrhaft zeigen konnten. Das verhindert schon mal die meisten Überfälle.

Nach unserer Ankunft in Panama lasen wir, dass genau auf unserer Route eine Woche später ein versuchter Überfall stattgefunden hatte. Gottseidank erfolglos.

Vor uns lagen eineinhalb Tage flottes Segeln bei halbem Wind bis Providencia. Eine wunderschöne kleine Insel mit vielen bunten Häusern. Auffällig neben den schönen Häusern war, dass es sehr viele Ruinen gab. Und bei einer Inselrundfahrt im Golfcar entdeckten wir einen riesigen Schutthaufen.

Wir erfuhren dann, dass im November 2020 der stärkste dort gemessen Hurricane IOTA über die Insel fegte und 99% der Häuser zerstörte. 

Providencia gehört, eben so wie San Andres, zu Kolumbien, obwohl es 1000 km von diesem Land entfernt liegt, aber nur 180km vor der nicaraguanischen Küste.

San Andrés liegt nochmal 50sm weiter südlich. Es ist eine Party-Insel wie Ibiza mit richtigem Touri-Rummel. Sowas vermeiden wir zwar normalerweise, aber wie wir von Freunden vorher schon erfahren hatten, kann man sich dort sehr viel günstiger mit Lebensmittel und Sprit versorgen als in Panama. Der Dieselpreis war nur noch ein Viertel von dem in Belize.  

Der Versorgungsstopp und die Ausklarierung dauerte nur knapp 24 Stunden. Vor uns lag die letzte Etappe von 220sm. Wir steuerten direkt Colòn an, dort wo der Panama-Kanal beginnt. Allerdings werden wir dort erst in 2024 durch gehen. Die Wettervorhersage meldete eher schwachen Wind bei dem wir auf Am-Wind-Kurs gemütlich vorankommen sollten. Aber das war egal, wir waren ja nicht auf der Flucht und hatten gut Zeit nach hinten. Wichtig war nur, dass wir im Hellen vor Colòn ankommen, da  dort ein sehr hohes Verkehrsaufkommen zu vermuten war. Schließlich gehen täglich bis zu 40 große Schiffe durch den Kanal. Aber bei der geringen Geschwindigkeit sollte das Timing passen. 

Nur hält sich der Wind nicht immer an die Vorhersage. Die Richtung stimmte, aber er war deutlich stärker und die Wellen deutlich höher, teilweise schon über 2m. Glücklicherweise waren sie aber schön lang gezogen, so dass es richtig Spaß machte mit ordentlich Speed dahin zu rauschen. Bremsen wegen dem Timing kann man ja später immer noch. Als wir uns dann dem Verkehrstrennungsgebiet vor Colòn näherten und es eher danach aussah, dass wir noch im Dunkeln ankommen würden, holten wir zunächst den Klüver ein. Der macht normalerweise schon mal an die 2 Knoten Geschwindigkeit aus. Aber wir fuhren immer noch unvermindert mit über 7kn dahin. Dann Vorsegel runter. Auch das hat nur wenig gebracht. Dann das hintere Großssegel runter. Jetzt kamen wir endlich unter 5kn und schafften es gerade bei Tagesanbruch in das befürchtete Verkehrschaos einzutauchen. Der Kartenplotter war übersät mit den AIS-Signalen der ein- und ausfahrenden Schiffe und der zahllosen auf Reede liegenden Pötte. Aber je näher wir kamen umso übersichtlicher zeigte sich die Verkehrssituation. Nach der Durchfahrt durch den Wellenbrecher der den Panama-Kanal schützt, war es nur noch eine Meile in die schicke Shelter Bay Marina. Auch gerne Shelter „Pay“ Marina genannt, weil man dort kräftig zur Kasse gebeten wird. Dafür war die Einklarierung kostenlos und unkompliziert. Hätten wir Bocas del Toro angesteuert wie ursprünglich geplant, dann hätten wir dafür schon mal soviel Gebühr zahlen müssen wie uns die Marina jetzt gekostet hat.

Wer hätte das gedacht. Noch vor 10 Tagen versuchten wir uns damit abzufinden, erst im Dezember nach Panama fahren können. Und jetzt sind wir schon da. Die reine Fahrzeit war sechseinhalb Tage. Die Bedingungen waren letztlich besser als wir sie in der „optimalen“ Überfahrtszeit (Dezember-Februar) erwarten könnten.

Jetzt erwarten uns die Trauminseln von San Blas und das Archipel von Bocas del Toro, wo Largyalo den Sommer verbringen wird.

Artwork by Eva

MAIL PER SATELLIT am 12.4.

It’s now or „never“!!

Hallo Familie und Freunde,

Ein kurzes Lebenszeichen aus dem endlosen BLAU:

Der Ostermontag ist kein Feiertag in Honduras, und so konnten wir unglaublicherweise in Bonacca/Guanaja  ausklarieren. Zuerst standen wir vor der verschlossenen Tür des Immigation Bureaus und waren ganz geknickt. Denn wir mußten am Montag losfahren, das Wetterfenster ist ziemlich eng. 

Doch Mauro’s „Freund“ Walter, der Sicherheitsmann vor der Bank, den ich im Vorbeigehen grüßte zeigte auf einen vorübergehenden Kerl im dunklen T-Shirt: „That’s the immigration officer!“ Hurra! Er hatte sich nur auf einen Fühschoppen verdrückt, weil gerade Stromausfall auf der Insel war. Zu unserem Glück kam der Strom auch wieder, denn wir mußten ja alle Fünf mit Fingerabdruck und Foto registriert werden, bevor wir den Ausreisestempel  in den Pass bekamen. Dann folgte noch ein skurriler Besuch beim Hafenkapitän, der uns das unbedingt nötige Ausreise-Formular , den „ZARPE“ für’s Schiff ausstellte.

Nach einem kurzen Schlenker zur Tankstelle, wo wir unseren Dieseltank UND nochmal 5 große Reservekanister füllten,  waren wir auch schon unterwegs. 

Unsere neue Crew, die Familie Pegelhoff-Falkner, wollte eigentlich mit uns zwei Wochen Panama-Urlaub machen. Von Bocas del Toro bis zu den San Blas-Inseln und wieder zurück nach Colòn: Das war der Plan. Als es abzusehen war, daß wir es nicht schaffen würden, rechtzeitig in Bocas, Panama anzukommen, entschlossen sie sich kurzerhand, zu uns nach Roatàn zu fliegen. Hier kann man auch auf den drei Bay Islands wunderbar Urlaub machen. 

Doch dann öffnete sich dieses kurze Wetterfenster, das die Fahrt nach Panama möglich scheinen ließ. Ebenso spontan, wie sie nach Honduras geflogen kamen entscheiden sich Brigitte, Georg und Eva  für Nachtwachen und Schoten-Zerren statt Schnorchelbrille und Hängematte.

Die Ankündigung des Kapitäns: Wir müssen zuerst drei Tage Richtung Nordosten gegenan motoren, bei mittelschwerem Seegang, bis wir am Piratengebiet vorbei sind. Dann erst können wir Kurs Süd einschlagen und dann mit schönem Halb-Wind Richtung Panama segeln.

Das Ganze unter der Prämisse, daß die Motoren einen solchen Marathon durchstehen, denn das Getriebe des Steuerbordmotors verliert etwas Öl. Sollte sich ein Problem ankündigen, würden wir kehrt machen und zurück nach Roatán segeln. Für die Largyalo würde das dann einen weiteren Sommer in Rio Dulce bedeuten, denn die Hurricane-Zeit beginnt Mitte Mai. 

Doch es kam anders: Der Seegang ist moderat, mit Groß und Vorsegel hoch am Wind und beiden Motoren bringen wir es in den ersten 24 Stunden auf durchschnittlich 5 Knoten Geschwindigkeit. Erst in der letzten Nacht macht sich die Gegenströmung von bis zu 2 Knoten bemerkbar und wir werden langsamer. 

Heute, am 12.April um 16:00 (Mitternacht bei Euch) haben wir unseren gesetzten „Abbiegepunkt“ erreicht und den Kurs geändert. Unter vollen Segeln und einem Motor als Unterstützung geht es mit 5 Knoten voran. 

Unser Wetterdienst, den wir täglich via Satellit abrufen verspricht ansteigenden NordOst-Wind und ordentlich Welle von der Seite.

Doch bisher ist alles ruhig. Gestern war der Tag der Tiershow: gleich zweimal wurden wir über 20 Minuten hinweg von vielen munteren Delfinen begleitet. Dann sprach es sich unter den geflügelten Meeresbewohnern herum, daß man bei uns gut ausruhen kann und wir sogar eine Tierärztin an Bord haben! Seitdem beherbergen wir 5 Schwalben und einen kleinen bunten Spatz. Die Vögelchen sind sehr neugierig und überhaupt nicht scheu. Gerade hat sich eine Schwalbe auf Berti’s Kopf niedergelassen, und unser Spätzchen hat sich ganz malerisch neben das Bild vom großen Robert gesetzt, das ich anläßlich seines 89. Geburtstag mit einem Blümchen geschmückt habe.

Heute morgen machte dann der Delfin-Kindergarten einen Ausflug zu dem buntbewimpelten Schiff: sicher 10 aufgekratzte Delfin-Kiddos mit vier Erwachsenen „Betreuern“.

Gestern nachmittag biß ein riesiger (1, 20m lang!) Barracuda an unsere Angel!! An dem essen wir nun schon den zweiten Tag. Gestern paniert, à la Käpten Iglo (auf Wunsch von Käptn Georg) mit köstlichem Kartoffelsalat von Brigitte, heute auf Thai-Art in Kokosmilch mit viel Gemüse.

Die Nachtwachen verlaufen ruhig, aber sehr aufmerksam, denn  das Flachwassergebiet an der honduranischen Nordküste ist berüchtigt für seine räuberischen Fischer. Brigitte war in der ersten Nacht derart aufmerksam, daß sie den schnell aufsteigenden Mond für ein sich näherndes Motorboot hielt!

Wenn alles weiter so gut geht, rechnen wir mit einer Ankunft auf der Insel Providencia am Freitag.

Viele liebe Grüße

Petra

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