Escudo de Veraguas
Diese kleine Insel, die weitab vom Rest des Bocas-Archipels
liegt ist für Touristen nur sehr schwer, und wenn, dann nur auf einem
Tagesausflug zu erreichen. Bis auf zwei Indio-Familien vom Stamm der Ngöbe lebt
hier niemand. Umso unberührter und zauberhafter ist die Natur. Hinter den
kleinen Stränden, auf deren Sand wir Schildkröten-Spuren finden, die zu frisch
gelegten Eiern führen ragen steile Lehmwände empor. Dahinter nur
undurchdringlicher Dschungel. Ich wage mich ein Stück weit entlang eines Baches
ins Dickicht, drehe aber angesichts meiner spärlichen Schutzkleidung und der
vielen Krabbel- und Flugtiere bald wieder um. Währenddessen hat Berti sensationelle Bilder mit seiner
Drohne gemacht: Eine wunderbare Möglichkeit, diese faszinierende Natur (ganz
ungefährdet und unanstrengend) aus der Vogelperspektive zu erkunden.
Mit dem SUP paddeln wir ein langes Stück des Ufers entlang,
manchmal nur eine Handbreit Wasser über die bunten Korallen hinweg. Wie kleine
Köpfchen mit Lehm-Hals und einer
„Kapuze“ aus Palmen strecken sich kleine Inselchen aus dem Wasser.
Hier waren wir ganz bestimmt nicht zum letzten Mal!
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| Deine Spuren im Sand…. |
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| Nur mit dem SUP kommt man so nah an die Korallen |
Laguna Bluefield
17. Jahrhundert unterwegs war, liegt diese stille Lagune vor der Festlandküste.
Einige Indio-Siedlungen sind verstreut am Ufer zu sehen. Kaum liegt der Anker
bekommen wir auch schon Besuch: Ein freundlicher junger Indio begrüßt uns und
fragt uns neugierig, woher wir kommen. Nach längerem Plaudern (die Ngöbe haben
wie die Kuna eine eigene Sprache, sprechen aber meist auch Spanisch), einer
Dose Bier und einem Stück Tauwerk als Geschenk kommt er endlich zur Sache: Er
sei von der „Gemeinde-Polizei“ und müsse ein Aufenthaltsgebühr von 10 Dollar
erheben! Natürlich sind wir bereit zu zahlen, denn er verspricht uns im
Gegenzug, daß es hier keinerlei Kriminalität gibt und unser Schiff während
unserer geplanten Dschungelwanderung in Sicherheit sei. Als wir eine Quittung
verlangen muß er passen, verspricht, wiederzukommen und paddelt mit seinem
Einbaum davon. Dann kommen drei Schulbuben, jeder in seinem eigenen, der Größe
angepassten Kanu. Begeistert schlecken sie das Eis, das wir uns gerade gemacht
hatten und freuen sich, daß sie aufs Deck steigen dürfen. Sie können besser
Spanisch als der „Polizist“, stellen viele Fragen und möchten natürlich
„Geschenke“. Gegen Bananen, Zitronen und Kokosnüsse, die sie uns am folgenden
Morgen mitbringen wollen (jeder genau eine Ware) bekommen sie die hochbegehrten
Taucherbrillen. Sie möchten lieber nach Muscheln und Langusten tauchen, als zur
Schule zu gehen verkünden sie uns. Kurze Zeit später kommt unser Dorfpolizist
wieder: Diesmal mit amtlichem Wappen an T-Shirt und Kappe. Um jeden Zweifel an
seinem öffentlichen Auftrag auszuräumen präsentiert er uns noch stolz seine
Urkunde, die bezeugt, daß er den Lehrgang zum Aufseher gerade vor vier Wochen
abgeschlossen hat. Eine Quittung für die Dollars müssen wir uns allerdings
selbst ausstellen… Dann kaufen wir die ersten Langusten, die wir uns selbst
zubereiten: gar nicht so schwierig und äußerst lecker!
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| Bananenblüte |
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| BertiHänsel hat eine AbZWEIGung markiert |
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| Jaguar oder Puma?? |
Mit festen Schuhen, langen Ärmeln und Hosenbeinen, Proviant
und einer vom Polizisten handgezeichneten Wegbeschreibung ausgerüstet paddeln
wir an Land. Cusapin, das Dorf am östlichen Ende der Halbinsel ist unser Ziel.
Eine Stunde soll das dauern, es soll einen Pfad
dorthin geben und in Cusapin
einen Laden, der Gemüse verkauft. Das sollte der anstrengendste Weg zum
Einkaufen werden, den wir je gemacht haben! Den „Einstieg“ zum Pfad finden wir
nur dank eines ortskundigen Indio-Pärchens, das das Fischen mit dem Netz
kurzzeitig unterbricht, um uns auf dem ersten Kilometer zu führen. Dann soll es
angeblich ganz leicht zu finden sein. Wir marschieren keuchend durch ein
Bachbett, klettern an Lianen entlang, rutschen im Lehm herum. Man kann den Pfad
erahnen, doch vorsichshalber markieren wir Abzweigungen mit Zweigen oder
Bananenschalen (Brotstückchen oder Steine wie Hänsel und Gretel haben wir nicht
dabei). Nach zweieinhalb schweißtreibenden Stunden kommen wir endlich auf der
anderen Seite an. Cusapin ist die Gemeinde-Hauptstadt, besteht aus einem
Fussballplatz, um den sich einige Gebäude, eine große Versammlungshalle und die
Anlegestelle gruppieren.
Es findet gerade eine politische Veranstaltung statt, die Bewohner sind
freundlich, aber reserviert.
Wir kaufen ein bißchen Gemüse und eine Dose Limo, dann
machen wir uns auch schon wieder auf den beschwerlichen Rückweg. Wir treffen
die beiden Frauen wieder, die uns auf dem Hinweg begegnet sind. Mit Macheten
bewaffnet waren sie dabei, Bananen zu ernten. Jetzt sind sie mit Stauden schwer
beladen auf dem Heimweg. Wir finden kleine, wilde Avocados, die hervorragend
schmecken.
Nach nur zwei Stunden
kommen wir ziemlich schlammig, geschlaucht, aber glücklich wieder bei unserem
Dinghi an, das wir in den Mangroven geparkt hatten. Von unserer
Himalaya-Bergsteiger-Kondition sind wir momentan ziemlich weit entfernt….
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| Downtown Cusapìn |
Islas Zapadillas
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| Johnson Caye ( von den Zapadillas gibt’s kein Foto) |
Diese beiden Inselchen mit ihren Palmen und Sandstränden
könnten auch auf dem San Blas Archipel liegen. Dementsprechend vielbesucht
werden sie auch von Touristen vom nahegelegenen Bocas del Toro aus, die mit
Führern auf Motorbooten herüberkommen.
Nach einem kurzen Schnorchelausflug bekommen wir schon wieder
offiziellen Besuch: Diesmal sind es die
Ranger des Marine Reservats, die HUNDERT Dollar für eine Nacht Aufenthalt von
uns möchten. Großes Schiff, großer
Geldbeutel, das ist leider das übliche Vorurteil. Nach kurzer Diskussion liegt
der Preis schon bei fünfzig… Doch das ist uns die Inselschönheit nicht wert,
wir sind von den San Blas Inseln verwöhnt. Wir gehen ankerauf und verziehen uns
zu einem traumhaft schönen Plätzchen außerhalb des Naturschutzgebiets. Die
Stille an diesem Ankerplatz vor Johnson Caye ist unglaublich und wird nachts nur unterbrochen
vom Platschen der Rochen und vom Schnaufen der Delfine. So schön ist es hier,
daß wir noch eine weiter Nacht auf dieser „Seestern-Wiese“ verbringen! Nur die
Ebbe im Kühlschrank zwingt uns zur Weiterfahrt in die „Hauptstadt“.























