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                                                                        Lift-out mit Hindernissen


Um 9 Uhr machen wir die Leinen los und                                                                                                     verlassen unseren idyllischen Monkey-Pontoon.



Die Rampe sieht sehr vertrauenserweckend aus,                       wir haben viel Platz links und rechts und werden sogleich an allen vier Ecken fest vertäut.

Dann kommt die langwierige Prozedur des Platzierens der Stahlträger. Largyalo wird zum ersten Mal auf einem Trailer von einem Traktor aus dem Wasser gezogen. Auf diese Weise wurden wir in Port Napoleon die ersten drei Male vom Bauplatz zur Hafenmauer gefahren. Doch dieses Mal werden wir nicht an einen Kran oder in einen Travellift gehängt, sondern einfach hydraulisch auf das Gestell gehoben und dann herausgezogen.

Dockmaster Edgar geht höchstpersönlich ins Wasser, um die Träger unter Beam Nummer 2, 3 und 4 zu platzieren. 3, 4 und 5 wäre uns lieber gewesen, doch so weit kann der Trailer nicht ins Wasser.

Endlich ist alles bereit, und die Hydraulik hebt uns an: wir schwimmen nicht mehr!

Doch jetzt ist erst mal Mittagspause. Die Hafen-Crew stärkt sich, die Schiffs-Crew ruht sich aus.

Genau in dem Moment, als es dann losgehen soll bricht mal wieder ein Gewitter los. Blitz, Donner und strömender Regen kann keinen der Akteure erschüttern und unverdrossen beginnt der Traktor zu ziehen.

Aber es geht nicht! An einem bestimmten Punkt angekommen, drehen die Räder durch! Am Gewicht kann es nicht liegen, denn wir wiegen „lächerliche“ 17 Tonnen. Der Trailer kann weit über 25t ziehen.

Berti verdächtigt die Gewichtsverteilung auf den Trägern, wir sind sehr weit vorn unterstützt, und Largyalo streckt ihr Hinterteil nach oben. Wir fürchten schon, daß wir wieder absenken, das Schiff umdrehen und rückwärts raus müssen.

Edgar fragt mich allen Ernstes, ob unser Schiff irgend ein „segredo“, ein Geheimnis, hat. Wenn zum Beispiel jemand darauf gestorben sei, oder ähnliches, dann „wollen“ manche Schiffe nicht aus dem Wasser. Doch auf unserem Schiff sterben nur Fische, und das auch ziemlich selten. Esoterik und Aberglaube sind mir jedoch nicht fremd, und so geh ich mal ein paar Schritte ins Wasser, lege meinen Kopf an ihren Bug und frag sie, was los ist. Ist es das Gewitter? Die Hitze? Möchte sie lieber in dem weichen Süßwasser bleiben?


Alle Marineros stehen vorne auf dem Traktor, doch selbst als das Kapitäns-Gewicht noch dazu kommt, reicht es nicht aus. Doch als ein zweiter Traktor davor gespannt wird, klappt es endlich.

Ein paar bange Momente, bis endlich die Steigung überwunden ist, dann schleicht der Traktor im Schneckentempo über das Werftgelände. Wie ein rohes Ei wird unser Schiff ein paar Hundert Meter durch  die Gegend gefahren und dann endlich auf ein paar Holzklötzen unter den Kielen geparkt.

Viereinhalb Monate darf sie nun hier am Dschungelrand stehen, bekommt mal wieder ein paar Streicheleinheiten und eine neue Lackierung.

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