Ein wahrgewordener Traum

 Um das Largyalo-Sommerloch etwas zu füllen gibt es hier eine kleine Reise in die Vergangenheit. Beim Aufräumen des Rosenheimer Speichers fiel uns eine Ausgabe der Wochenzeitung „ECHO“ in die Hände, die im Sommer 2005 einen Artikel über den ungewöhnlichen Sohn der Stadt Rosenheim veröffentlichte.

Weil die Zeitung nach 17 Jahren schon etwas vergilbt ist, gibt es unten den Text in besserer Lesbarkeit.

 

LEBENSTRAUM UNTER ROTEN SEGELN   („echo“-die aktuelle Wochenzeitung
Rosenheim, 13.7.2005)

Rosenheimer baut
Deutschlands größten Hochsee-Katamaran

Petra Wolfinger und
Rupert Kellner arbeiten gemeinsam an ihrem Traum, dem Hochsee-Katamaran „Largyalo“.

(pl) Manche Menschen träumen von großen Taten, andere sind
mutig und führen sie aus.

Rupert Kellner aus Rosenheim ist einer, der seine Träume
auch lebt. Mit dabei ist seine Frau Petra Wolfinger. In Südfrankreich steht
derzeit ihr gemeinsam geträumtes Projekt kurz vor der Vollendung: der wohl
größte in Deutschland gebaute Katamaran soll demnächst zu Wasser gelassen
werden.

„Largyalo“, haben die beiden Weltenbummler in Eigenregie
erbaut. Der wohlklingende Name bedeutet „Mögen die Götter siegreich sein“. Bei
diesem Vorhaben sind zumindest Petra und Rupert siegreich, beweisen starken Glauben
an ihre Vision, ein großes Maß an Mut, diesen ungewöhnlichen Weg zu beschreiten
und viel Durchhaltevermögen.

Unzählige Arbeitsstunden haben die beiden in ihren Traum
investiert. Im März 2000 begann das Abenteuer Schiffsbau in einer großen Halle
in Pforzheim. Seitdem läßt der Segelkatamaran seine Erbauer nicht mehr los. Es
gab unzählige Arbeitsstunden, mal mit Pudelmütze, mal unter Heizfolie, in der
Nacht, im Regen, mit Atemschutz, mit akrobatischen Verrenkungen, mit grobem
Werkzeug, mit pfiffigen Ideen und immer mit dem Gefühl, das Richtige zu tun.

„Was ich will kann ich“, behauptet Rupert Kellner und die „Largyalo“
mit knapp zwanzig Metern Länge und zehn Metern Breite scheint ihm da Recht zu
geben. Eindrucksvoll reckt der Katamaran seine feuerroten Segel bis in sechzehn
Meter Höhe.

An Bord gibt es viel Platz. Sechzehn Personen können auf der
„Largyalo“ schlafen, in sieben Doppel- und zwei Einzelkabinen. Rupert Kellner
braucht Raum für sich, auch auf seinem Segelschiff. „Deshalb ist es wohl auch
so groß geworden“, gesteht er. Künftig will er diesen außergewöhnlichen Platz
auf  der „Largyalo“ zumindest zeitweise
auch mit anderen teilen. Die verschiedensten Gruppen könnten hier Seminare und Trainings
abhalten, stellt sich der Schiffseigner vor und beginnt gleich seine nächsten
Träume: Tauchgruppen, Jugendliche aus aller Welt, Firmen- oder
Forschungsprojekte, Plattform für Reportagen… Rupert Kellner hätte da schon
wieder tausend Ideen für die Nutzung seines Schiffes – irgendwie muß sich  die „Largyalo“ ihren Weg durch die Weltmeere
schließlich finanzieren. Dabei soll sie Botschafter sein für
verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt, das ist den Erbauern ganz wichtig und
auch hier gehen sie mit gutem Beispiel voran. Der Hochseekatamaran kann sich
nahezu autark mit Energie versorgen.

An Bord gibt es eine spezielle Kühlung mit dem Mineral
Zeolith, die keinen Strom verbraucht, Wind Sonne und Wasserkraft werden
genutzt, um elektrische und elektronische Geräte zu betreiben. Mit diesem
ausgefeilten Energiekonzept  ist Rupert
und Petra eine Weltinnovation gelungen, erstmals ist ein Schiff dieser
Größenordnung unabhängig von fossilen Brennstoffen.

Jetzt können sie es kaum noch erwarten, ihren Traum unter
feuerroten Segeln im Wasser zu sehen. Dazu muß jedoch die Slip-Anlage in der Marina
in Südfrankreich erst aufgerüstet werden. Aber auch das wird wohl gelingen,
denn das Leben meint es augenscheinlich gut mit denen, die es leidenschaftlich
begehen.

Petra Maier


    Largyalo 2022 in der Karibik

 

Eigentlich ist fast alles wahrgeworden, was wir uns damals erträumt hatten, bis auf die Zeolith-Kühlung und die Wasserturbine. Damals konnten wir noch nicht ahnen, wieviel Strom man mit den Solarzellen der Zukunft erzeugen würde.


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