Um 10 Uhr vormittags starten wir in Placencia in strömendem Regen. Das einzig
mögliche Wetterfenster für die 100 Meilen nach Roatàn, Honduras. Davor hätten
wir starken Gegenwind gehabt, danach würde uns eine Starkwindfront aus Norden
gefährlich werden. Am 23. konnten wir- mit Hindernissen- (die Behörden gehen
hier schon am 23. in die Weihnachtsferien und kommen erst am 27. wieder
zurück!), viel Glück, Überredungskunst und einer „Ausnahmegebühr“ ausklarieren.
Wir halten Kurs West und verlassen das Barriereriff durch die Ranguana Passage.
Ein bisschen mulmig ist uns schon, denn die Navigation in diesen Gewässern ist
knifflig. Wir verlassen uns auf unsere elektronischen Karten, Erfahrungsberichte
und Wegpunkte von anderen Seglern, das einzige Navigationshandbuch dieses
Reviers (datiert 2006, aber mit akkuraten, handgezeichneten Karten)- und nicht
zuletzt auf unsere Augen. Das trübe und regnerische Wetter macht es nicht
leicht, doch man kann die unterschiedlichen Farben des Untergrundes gut
erkennen. Südlich der winzigen Insel Ranguana kann man deutlich die brechenden
Wellen am Riff erkennen.
Der Horizont ist etwas bucklig…
SIE gönnte sich zu Weihnachten mal eine Schiffs-Passage
Direkt hinein ins Sauwetter!
Die Passage ist mehrere hundert Meter breit und
nirgendwo flacher als 4 Meter, also kein Problem. Draussen im Karibischen Meer
erwartet uns eine Regenfront nach der anderen. Die Wellen sind knapp drei Meter,
aber sehr unangenehm. Doch Largyalo steckt einmal mehr alle harten Schläge
stoisch weg, die Crew kriegt einige blaue Flecken und hat ordentlich zu tun: Wir
setzen die Segel immer wieder, wenn eine Gewitterzelle durch ist, dann geht es
flott dahin mit bis zu 7 kn. Amsonsten brummen die Mercedes- Smarties
zuverlässig und bringen und gut voran.
Der Master und Commander ist hochkonzentriert
„Des pack’mer scho!“
Bei Sonnenaufgang am 25. liegt die
Westspitze Roatàns vor uns, und um 10 fällt der Anker in French Caye.
Dann bekommen wir einen Deluxe – Weihnachtsbrunch an Bord der „Easy One“ bei unseren Rio Dulce – Freunden Andrea und Ingo.