Der beliebteste Ort auf dem Schiff ist eindeutig unsere Badetreppe, selbst erdacht und konstruiert vom Käpten Berti, um die wir von vielen (vor allem Einrumpf-) Schiffseignern beneidet werden.
Auf ihr wird seit nunmehr fast 20 Jahren zum Bade geschritten, geduscht, gespült und gechillt.
Sie dient als Sprungbrett, als Hai-Beobachtungs-Plattform, Fisch-Metzgerei, und ist als Tauchvorbereitungs-Ort und als Sundowner-Location beliebt. Im eingeklappten Zustand nutzen wir sie als zusätzliche Yoga-Fläche, als Werkstatt, als Trainingsplatz und als Raucherzone vor Anker.
Soviel Publikumsverkehr fordert seinen Tribut, auch wenn wir immer auf der Maximal-Belegung von fünf Personen bestanden haben. („Sechs auf der Treppe, das geht GAR NICHT!“), das viele Meer-, Spül- und Duschwasser, das tägliche Auf und Ab haben die Struktur geschwächt und die Holzlatten aufgeweicht.
Daß eine Grund-Renovierung nötig werden würde, zeichnete sich schon in Panama ab. In Porto Belo, unserem heimlichen Heimatstädtchen in Panama lernten wir einen Schreiner kennen, der uns gutes einheimisches Holz („Cedro espino“, lat.: bombax quinatum) besorgen konnte und uns in seiner Werkstatt bearbeiten ließ. Zum Einbau war vor der Pazifiküberquerung keine Zeit mehr, also importierten wir das Holz in die Südsee.
Hier hatten wir im letzten Jahr genug damit zu tun, uns hier einzuleben, und die Wunder zu Lande und zu Wasser zu bestaunen, so dass das Holz erst einmal unter den Betten verstaut blieb.
Doch mittlerweile waren einige Latten gebrochen, und es war an der Zeit, die Renovierung in Angriff zu nehmen.
Wenn man schon alles auseinandernimmt, dann kann man es auch von Grund auf tun, und so wurden die Trägerleisten verstärkt, ausgebessert, neu versiegelt und lackiert.
Etwas Akrobatik, Vorsicht, Geduld und Planung sind vonnöten, wenn man solche Aktionen auf dem Schiff und vor Anker durchführt: Ein vorbeirasendes Dinghi, ein Windstoß, eine große Welle genügt — und schon liegt der Hammer/ die Schraube/ der Pinsel auf dem Meeresgrund! Ein Glück, dass wir momentan in ganz flachem Wasser ankern, je nach Windrichtung und Tide können wir unter dem Schiff stehen und haben oft nur 40cm Wasser unter dem Kiel.
Da geht man gern kurz zu den Fischen, um das Werkzeug wieder hochzutauchen. Für diffizilere Tätigkeiten wie Lackieren oder mit strombetriebenem Werkzeug zu arbeiten müssen das Dinghi oder ein SUP herhalten, und tragen bleibende Spuren davon….
Nun ist es vollbracht, der Lieblingsplatz ist wieder intakt.
Wir haben ein paar von den alten „Latten“ auf denen sich soviel abgespü/ielt hat aufgehoben. Wer eines dieser Artefakte als Erinnerungsstück haben möchte darf sich gern etwas daraus basteln.

…erstmal alles zerlegen












Szenen aus der „Spülhölle“







Archivbilder Port Napoléon 2007: Bau der ersten Badetreppe










